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„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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„Mister Xing“

Datum: 
7. August 2009

Heute haben wir es dann endlich geschafft, einen relativ preiswerten Campervan für die nächsten vier Wochen zu mieten. Auf blauen Dunst haben wir die uns bekannten Autovermieter abgeklappert und dachten schon, dass es aussichtslos ist, einen Van zu ergattern. Zum einen waren sie allesamt super teuer und zum anderen kaum verfügbar, da hier bald die Ferien losgehen. Dann jedoch wagten wir uns zu „Cheapy Rentals“ und der asiatische Inhaber Michael Tu hatte tatsächlich einen ausgebauten Toyota für uns. Anfangs waren wir ein wenig skeptisch, da alles ein wenig kruschelig aussah, aber uns blieb einfach nichts anderes übrig. Schnell noch den Preis verhandelt erbat er sich vier Stunden, um den Van zu reinigen und für uns startklar zu machen. Kein Problem für uns, wir schlugen uns die Zeit beim benachbarten „goldenen M“ mit kostenlosem Internetzugang herum und konnten uns endlich unserer Homepage widmen.

 

Gegen 16.30 Uhr haben wir dann die Formalitäten geklärt und Mister Tu hat uns mehrmals darauf aufmerksam gemacht, kein „bloody känguru“ zu erwischen, da die Versicherung diese Schäden nicht abdecken würde und 1500$ fällig wären. All right? All right. Überhaupt schien alles sehr easy und allright für Herrn Tu zu sein und nachdem wir uns entgegen unserer Absicht einer gründlichen Einweisung in den Van und Checks der wichtigen Dinge wie Licht, Zentralverriegelung, Öl, Kühlwasser, Heizung und ggf. einer Probefahrt etc. mehr oder weniger von ihm haben hinausbefördern lassen, war aufeinmal so gar nichts mehr alright. Vom Hof gefahren bemerkten wir, dass die Pedalen quietschten, das Radio kaum funktionierte, der linke Blinker ein Powerblinker ist und am Hostel fiel uns zu guter Letzt auf, dass die Zenralverriegelung nicht funktionierte und unsere Heckklappe nur mit sehr viel Aufwand zu schließen ist. Aber wenigstens können wir im Van stehen, haben einen funktionierenden Kühlschrank, super Einbauschränke und überhaupt Platz. Dinge, die wir uns auf unseren Reisen so manches Mal gewünscht haben. So schlecht wollen wir unseren Van „Mister Xing“ dann auch nicht machen. Hauptsache er bringt uns immer sicher an unsere Ziele. Außerdem verfügt er über tolles asiatisches Plastikgeschirr - mit kitschigen Blumenmustern versehen - und die metallenen Tassen (Firma Yun Xing) haben uns auf seinen Namen gebracht. Es gibt also nicht nur was zu meckern, sondern auch zu schmunzeln. „Mister Xing“ hat schon 14 Jahre aufm Buckel und sicherlich bessere Zeiten hinter sich aber für unsere Bedürfnisse reichts.

 

Mit wenig Sprit im Tank machten wir uns auf, Perth zu verlassen und Richtung Süden nach Fremantle (Freo) zu fahren. Schnell gerieten wir in die „rush hour“ und hatten leichte Panik, dass der letzte Tropfen Benzin im Tank nicht ausreichen würde. Bei der Gelegenheit haben wir das hell erstrahlte Perth am Abend zu Gesicht bekommen und eine Tankstelle war dann auch nicht in allzu weiter Ferne. So erreichten wir doch noch unser Tagesziel Fremantle.

 

Die erste Nacht haben wir in einer ruhigen Seitenstraßen von Freo ganz gut überstanden. Den nächsten Tag nutzten wir, um den Van zu strukturieren und einzukaufen. Freo liegt am indischen Ozean und ist v.a. für seine Bar- und Künstlerszene bekannt und beliebt. Uns hielt jedoch nichts weiter, dort zu bleiben und so fuhren wir schließlich weiter Richtung Süden nach Margaret River.

 

 

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