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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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„Wunderschöne Landschaft, aber nur wenn Sonne scheint...“

Datum: 
9. Oktober 2009

Nach einem stärkenden Frühstück im Royal Sapa Hotel, das uns wahrlich nicht königlich erschien und bei seinen zwei Sternen noch einen zuviel trug, ging es auch schon auf Erkundungstour ins Dorf der nationalen Minderheit Rote Daos (gesprochen Saus). In knapp 1.700 m Höhe war es recht neblig und frisch und mein Seidenkleidchen nebst kurzem Röckchen konnte ich hier wirklich nicht gebrauchen. Mir war vielmehr nach Strickpullover, Jeans und festen Schuhen zumute... Auch Nicos Klamottenwahl war die falsche. Er stiefelte mit Flip Flops, kurzen Hosen und T-Shirt durch die neblige Landschaft.

 

 

Nach der recht holprigen Fahrt durch die Berge kamen wir vorbei an prächtigen Reisterrassen, die im Sonnenschein sicher noch mehr hergegeben hätten. Wir beschrieben ja bereits Sons Worte: „wunderschöne Landschaft, aber nur wenn Sonne scheint“... Dafür beglückte uns die lustige Tierwelt der Berge: Wasserbüffel, Schweine, Enten und Co. gaben so manchen Schnappschuss ab.

 

 

Als wir das Dorf erreichten warteten auch schon unzählige Frauen der roten Daos auf neue Kundschaft, um Schals, Kopfkissenbezüge und Schmuck aus ihren Kiepen zu verkaufen. So mussten wir uns auch nicht wundern, dass sie in brüchigem Englisch auf uns einredeten und uns eine ganze Weile des Weges begleiteten. Gitti und ich waren natürlich das gefundene Fressen für die etwas anderen Geschäftsfrauen und kauften Tücher und Kopfkissenbezüge. Die Männer hingegen wurden mehr oder weniger in Ruhe gelassen.

 

 

In erster Linie interessierten uns jedoch ihr Aussehen und ihre Lebensweise. In ihren traditionellen Trachten und mit Kopfschmuck oder aufgetürmtem Haar, wobei sie jedes einzelne ausgefallene Haar und sogar das tote Haar ihrer Vorfahren verarbeiten, empfanden wir sie als das Exotischste unserer bisherigen Reise. Neben der Hauptreligion Buddhismus spielt der Ahnenkult eine sehr große Rolle und das erklärt auch wieder die für uns unverständliche Tradition, sich Haare der Verstorbenen ins eigene zu flechten, um sie damit am Leben teilhaben zu lassen. Sie wohnen in einfachen Holzhäusern in den Bergen, wobei die Frauen sich um die Kinder sowie um den Verkauf und teils auch um die Produktion der Waren kümmern und die Männer der Feldarbeit nachgehen. Rollenverteilung im klassischen Sinne! In einigen Häusern dudelte sogar ein Fernsehapparat oder gar ein Handy, was uns zunächst sehr verwundert hat. Doch beim nachdenken wird klar, dass auch nationale Minderheiten versuchen, sich weiterzuentwickeln und einen Hauch westlichen Lebens aufsaugen. So werden die Dörfer in einigen Jahrzehnten vermutlich gar nicht mehr wiederzuerkennen sein und wer weiß, wieviele Daos und Mhongs überhaupt noch in Trachten erscheinen. Sicherlich auch ein Nachteil des aufkommenden Tourismus.

 

 

Wir konnten den Frauen beim Weben, beim Färben mit aus Blättern gewonnenen Indigo Farbstoffs und beim Stoffe walzen über die Schultern schauen und überhaupt einen Einblick in ihre recht einfache aber glücklich anmutende Lebensweise erhaschen. Nach dem Mammutprogramm waren wir dann von all den neuen Eindrücken ganz schön k.o. und verzogen uns auf die immerhin gemütliche Terrasse unseres Hotels und ließen den Tag entspannt ausklingen. 

 

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