Heute war es dann wieder einmal soweit - auschecken und ab mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum „Wicked-Camper Depot“. Dort haben wir uns per Internet einen ausgebauten Mitsubishi L300, wie wir ihn schon in Neuseeland fuhren, bis Ende Juli reserviert. Diesmal wollten wir auf Nummer sicher gehen und mieteten lediglich, da es am 31.07. mit dem Flieger von Sydney an die Westküste nach Perth geht. Es hätte sich also nicht gelohnt, für diesen Zeitraum ein Auto zu kaufen. Während wir dort so warteten bis wir an der Reihe waren und unsere Blicke über die auf dem Hof stehenden Vans schweifen ließen, wünschte ich mir insgeheim den knallbunten Van mit dem Graffiti: „All you need is love“ zu bekommen. Und siehe da, mein Wunsch wurde erhört und wir tauften ihn spontan auf dem Namen „Paul“. So fahren wir von nun an mit unserem „Paul“ durch die Gegend und fallen im Tageslicht richtig auf. Beide Seiten sind von oben bis unten bemalt und anfangs war Nico nicht so begeistert, aber mittlerweile hat er sich an unseren Hippiebus gewöhnt.

Schnell fuhren wir noch zum Hostel zurück, um unser Gepäck zu verstauen und dann ging es mal wieder planlos ab mit unserem Busleben. Unser großes Ziel lautet Cairns oder Port Douglas im Norden der Ostküste, wo es angenehm warm sein soll und sich zudem das Great Barrier Reef erstreckt. So begaben wir uns hinaus aus der Stadt und fuhren und fuhren und schienen irgendwie nicht wirklich voran zu kommen. Die Kilometeranzeige lief und lief aber wir blieben gefühlt irgendwie am selben Fleck. Australien ist einfach riesig und die gewohnten Entfernungsangaben aus Neuseeland erhalten hier eine ganz andere Dimension. Zudem ist der Highway auch nicht unbedingt ein Sahnestück und bietet kaum landschaftliche Abwechslung – eben wie eine herkömmliche Autobahn. Wir sind noch ein wenig verwöhnt aus Neuseeland, wo jede Fahrt für sich ein Highlight war. Unsere erste Begegnung mit der Tierwelt fiel dann eher ernüchternd aus, denn unzählige überfahrene Wallabies und Kängurus säumten den Straßenrand und wir waren ganz traurig darüber und hofften gleichzeitig, nie ein Tier zu „erwischen“. Zumal unsere Van-Versicherung dieses auch nicht abdecken würde - also Daumen drücken und niemals im Dunkeln fahren.
Im schwächer werdenden Abendlicht fanden wir uns in Port Stephens in der Anna Bay auf einem Zeltplatz ein und testeten den Van auf seine Schlafmöglichkeiten. Vorher jedoch versuchten wir unsere Klamotten zu waschen und zu trocknen. Als ich den Trockner sah, dachte ich, ich befände mich in einem Museum. Es war ein Monster von einem Trockner, groß wie eine Schrankwand und vermutlich hatte er auch schon beide Weltkriege mit gemacht. Die Kiste wurde mit Gas angetrieben und die offene Flamme züngelte munter über der Trommel und wurde hinein geblasen. Für 2 Minuten sollte man 20Cent bezahlen, was ja nicht teuer ist aber welche Wäsche wird denn bitte nach 2 Minuten trocken? Nach mehrmaligen hin und her gelaufe mit Taschen voller klimpernden Kleingeld ließen wir es einfach sein und hingen unseren Klamotten nachts einfach auf der Wäscheleine auf.
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