Mehr schlecht als recht standen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Den Weckruf besorgte einer der vorbei rauschenden Trucks mit seiner Hupe, wobei der Lärm eher wie ein Nebelhorn aus dem Inneren unseres „Pauls“ klang. Also, weiter im Takt, Wasser ins Gesicht, Zähne putzen und Kühlwasser bzw. Ölstand prüfen. Ab dann hieß es wieder fahren, fahren und nochmals fahren. Beim zweiten Tankstop bemerkte ich das kleine Tröpfeln unterhalb des Wagens. Wir machten uns allerdings deswegen keine Gedanken, da die Nadel der Temperaturanzeige mittig wie fest genagelt schien. Nach insgesamt 1200 km ereichten wir eine Tanke kurz vor Brisbane. Das Kühlwasser brodelte regelrecht und aus dem Tröpfeln wurde ein Wasserfall. Schnell bildete sich eine nicht zu übersehende Pfütze unter „Paul“. Wir haben ihn abkühlen lassen und nach meiner Inspektion stand fest, dass kein Tropfen Kühlflüssigkeit mehr vorhanden war. Allerdings zeichnete sich das auch schon am Boden der Tanke ab, denn soviel Kühlflüssigkeit passt da auch nicht rein. „Steffi, kann ich da einfach Wasser nach kippen? Oder muss da was Spezielles rein?“ Unsere Fähigkeiten in der Hinsicht sind eher beschränkt und bevor wir den Motor ins Nirwana jagen, riefen wir die „roadside assistence“ von „wicked camper“ an.


Wir schilderten unser Problem und sie schickten uns eine Stunde später einen Abschleppwagen. Dieser schleppte uns in ein nahe gelegenes Gewerbegebiet vor ein Toyota Autohaus und nach Aussage von „wicked“ würden die unseren „Paul“ morgen reparieren. Wir waren erstmal froh, relativ schnell Hilfe bekommen zu haben. Doch vor diesem recht unwirtlichen Autohaus zu schlafen, fanden wir schon etwas eigenartig. Wiedermal ergaben wir uns dem Schicksal und in dieser Nacht wurde das Maschinenkonzert neben dem bekannten Straßenlärm der letzten Nacht um das Stampfen und Beben einer naheliegenden Zuglinie erweitert. Wenn das weiter so geht, können wir bald ein Orchester aufmachen. Na dann, gute Nacht.
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