Leider war das Wetter der letzten vier Tage recht wechselhaft aber zu Nicos Glück sehr windig. An zwei Tagen hat es so geregnet, dass uns all die Missstände des Resorts ins Auge gefallen sind. Teilweise waren wir die einzigen Gäste, ab und an haben sich ein paar Tagesgäste auf die Insel verirrt und zwei Präsidentinnen der methodistischen Kirchen aus Christchurch und Auckland verbrachten vor einem großen, bevorstehenden Kirchenevent auf Tongatapu zwei Tage auf Atata. Die Crew war mit den wenigen Gästen überfordert, sei es unsere Wäsche zu waschen, die Fale (Hütte) zu reinigen oder gar das Essen zuzubereiten. Gekocht hat wohl jeder einmal für uns, denn einen eigenen Koch hatte das Resort nicht aufzuwarten. Zu allem Übel hatten wir eines Nachts weiteren Besuch – diesmal von Mäusen, die unsere Seife im Bad mit einem Käse verwechselt und ringsherum angeknabbert haben. Die Fale war eben undicht und so konnten sie eine kleine Party in unserer Hütte feiern. Uns hingegen war nicht zum feiern zumute...

Wir könnten die Liste noch unendlich fortsetzen mit diversen Mängeln oder No-Go's, doch was soll's, das ist halt Tonga, das in Sachen Tourismus Verstärkung von Profis braucht. Gern gesehen sind hier Ausländer...Doch die Freundlichkeit der Leute hat eben einiges wett gemacht und so behalten wir Tonga doch in guter Erinnerung. Wenn man auf Abenteuer steht, kann man Tonga auch mit dem kleinen Geldbeutel bereisen, aber ist man auf der Suche nach der idealen Südseeidylle sollte man schon in einem 4 - 5 Sterne Resort absteigen und besser mehr Geld ausgeben. Die 76 jährige Managerin, die wir einen Tag vor unserer Abreise kennenlernen durften, hatte uns auch noch versichert, dass wir mit dem größeren Boot am nächsten Tag auf die Hauptinsel übergesetzt würden. Naja, daran hatte am Donnerstag dann niemand mehr gedacht und so sind wir mit dem gleichen Boot zurückgefahren, das uns bereits zum Schnorcheln gebracht hatte. Typisch tonganisch eben. Diesmal fiel der Wellengang um einiges höher aus als bei unserer Ankunft und wir schaukelten nicht mehr sondern klatschten nur noch so aufs Wasser. Es ging über Berg und Tal und wir haben uns schon in den Fluten gesehen. Glücklicherweise haben sie uns „Friesennerze“ gegeben, damit wir nicht ganz so nass am Flughafen ankommen.


Aber wie schon so oft von uns erwähnt sind die Tonganer dennoch ein äußerst freundliches und gemütliches Volk und man bekommt sehr schnell einen Einblick in ihr Leben. So ist es bspw. nicht ungewöhnlich, dass Kinder ab 9 Jahren gerne nach Australien, Neuseeland oder in die Vereinigten Staaten zu Verwandten geschickt werden, damit sie eine vernünftige Schulausbildung bekommen. So wird auch der kleine Jason aus unserem ersten Resort in wenigen Jahren in die USA zu seinen Großeltern gehen. Das stellen wir uns für die Kleinen gar nicht so einfach vor, aber es ist ja zu ihrem Besten.


In Erinnerung bleibt uns das allgegenwärtige, herzliche Lachen der Tonganer, ihre Exotik und teilweise Anmut, ihr tiefer Glaube, die vielen angenehmen, würzigen Gerüche, die tolle Flora und Fauna und natürlich die genialen Strände. Letztendlich war unser Tongatrip etwas anders als erwartet, aber eine abenteuerliche Erfahrung, die wir nicht missen möchten.
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