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„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Art-Déco-Rausch

Datum: 
14. Mai 2009

Nachdem wir gestern Abend in Napier angekommen sind, verbrachten wir die Nacht in Stadtnähe am Strand. Es war hier auch nicht mehr so kalt und der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht nicht mehr so extrem. Der Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein und die Wärme im Bus wurde immer unerträglicher, so dass wir uns stadtfertig machten. In einem Café mit kostenlosem Internetzugang widmeten wir uns den Reiseberichten und gönnten uns einen Capuccino nach dem anderen.

 

 

Vor lauter Internet hatten wir beinahe vergessen, uns auch dem Art-Déco-Rausch dieser einzigartigen Stadt hinzugeben. Nach einem erschütternden Erdbeben mit anschließendem Großfeuer im Jahr 1931 wurde die Stadt dem Erdboden gleich gemacht. Trotz der Weltwirtschaftskrise entschied man sich jedoch dazu, alles, wirklich alles im Art-Déco-Stil wiederaufzubauen. Durch den Sonnenschein wirkte Napier noch viel fröhlicher und mondäner auf uns. Das Flair der Stadt schien sich bei den Bewohnern fortgesetzt zu haben: Sie waren insgesamt sehr viel schicker und extravaganter gekleidet als im restlichen uns bis dahin bekannten Neuseeland. Und schon kam ich ins träumen, mal wieder ausgiebig zu shoppen. Fast immer in denselben Klamotten rumzulaufen, wird einem in solchen Momenten bewusst. Aber alles geht dann doch nicht. Dem Kaufrausch können wir uns erst in Thailand hingeben... Und bald können wir auch wieder in die Sommerklamotten hüpfen...

 

 

 

Nach 2 Tagen Napier ging unsere Reise weiter gen Norden entlang des Pacific Coast Highways und wir hielten auf der Mahia Peninsula in der wundervoll verträumten, kleinen Opoutama-Bucht, die wie für uns gemacht zu sein schien. Das konnten wir wegen der einbrechenden Dunkelheit zwar nur erahnen und die Vorfreude auf den nächsten Tag stieg umso mehr. Das ist sowieso immer wieder faszinierend auf unserer Reise, die Orte bei Tag und bei Nacht zu erleben. Jedes Mal gibt es einen Überraschungsmoment. Und wenn es „nur“ die wahnsinns Sonnenauf- und Sonnenuntergänge sind oder die himmlische Ruhe. Den neuen Tag nutzte ich für etwas Sport und Nico für die Bearbeitung der Pauamuscheln. Und diesmal mit dem richtigen Aufsatz bestückt kamen tolle Werke zustande. Ein Exemplar schöner als das andere. Gemeinsam überlegten wir uns Designs, die anhand der Muschelvorlage immer unterschiedlich ausfielen. Im Takt des Motors gab sich Nico seiner kreativen Phase hin und nach einigen Stunden waren wir ganz stolz auf seine vollendeten Werke. Noch schöner als im Laden und hoffentlich bekommen wir sie nun über die Grenze transportiert...

 

 

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