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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Chemieunterricht im Geisterhaus

Datum: 
20. Mai 2009

Der Akku war nach den letzten Wochen unseres Nomadenlebens irgendwie leer und wir hatten beide die Nase voll vom Rumreisen. Das Zigeunerleben forderte seinen Tribut und die Abstände der Erholungsphasen wurden immer kürzer. Die nächsten Tage wünschten wir uns an einen warmen Ort und nahmen uns vor, ein paar Tage zu bleiben. Nach dem check-out vom Campingplatz fuhren wir nach Rotorua.

 

Auf dem Weg weckte der immer stärker werdende Schwefelgeruch in der Luft einige Erinnerungen an den Chemieunterricht. Rotorua liegt an einem See und ringsherum steigen schwefelhaltige Geothermalquellen an die Oberfläche und geben dieser Stadt ihre unnachahmliche Eiernote. Trotz des nicht so verführerischen Dufts trieb uns der Hunger in die Innenstadt und wir landeten, wie schon so oft, beim Japaner. Sushi hat es uns echt angetan und man bekommt es hier an jeder Ecke günstig zu kaufen. Satt und zufrieden ging es nun auf Hostelsuche und das „base backpackers“ machte von außen einen soliden Eindruck. Die Türen der Rezeption im Erdgeschoss waren verschlossen und auf dem angeklebten Zettel lasen wir, dass gerade renoviert wird, aber Zimmer für den halben Preis vermietet werden. Das Hostel war so groß wie ein Kaufhaus, menschenleer und wirkte ein wenig gespenstisch. Auf dem Weg nach oben kamen wir an offenen und geschlossenen Zimmertüren vorbei und überall lag Zeug herum. Über mehrere Rampen erreichten wir endlich das Obergeschoss und dort trafen wir auf den einzigen Bewohner, den Betreiber Henry. Das angebotene Zimmer sollte nur 40 NZ Dollar (19€) kosten und hatte sogar ein eigenes Bad + Internet umsonst. Der Haken an der Sache war nur, dass auf den Fluren Werkzeug herum lag, die Küche spärlich bestückt war und ein zarter Geruch von Schwefel in der Luft lag, was in Rotorua allerdings normal ist. Es kam uns alles ein bißchen eigenartig vor aber es war günstig.

 

 

Nach einer eher schlecht als recht geschlafenen Nacht bekamen wir mittags die Nachricht, wir müssten sofort das Hostel verlassen, er sei in großen Schwierigkeiten da er keine Genehmigung hätte und der Besitzer gleich auftauchen würde. Alles wirkte ein bißchen durcheinander und irgendwie verrückt. Gestern checkten wir bei ihm gleich für zwei Tage ein und heute sollten wir raus? Irgendwie war der Typ nicht ganz sauber und wer weiß, was dort wirklich läuft. Wir schnappten schnell unsere sieben Sachen und machten uns auf die Suche nach einer neuen Unterkunft. Das Ganze war nicht so einfach, da ich den heutigen „Herrentag“ zünftig mit Bier angefangen habe und Steffi nun fahren musste. Etwas genervt landeten wir dann außerhalb von Rotorua auf einem Campingplatz und verbrachten den restlichen Tag zumindest mit Sonnenschein.

 

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