Nach einem Blick auf mein Kitegepäck zeigte mir Eduardo gleich am ersten Tag unserer Ankunft ein Titelbild mit einem Windsurfer. Ich müsse unbedingt nach Puclaro, dort gebe es super Bedingungen und es sei nicht weit entfernt. Ich recherchierte im Netz und siehe da, es handelte sich um einen Stausee in den Bergen und die Entfernung betrug um die 110 km. Da ich meinem liebsten Hobby in den letzten zwei Wochen nicht fröhnen konnte, war ich demzufolge spitz wie Nachbars Lumpi. Auf der Osterinsel gab es nur drei in Frage kommende Buchten, welche zu allem Übel auch noch auf der Wind abgedeckten Seite lagen und in Vina del Mar wehte kein Lüftchen.
Von Tongoy ging es ca. 50 km auf der Pan Am in nördliche Richtung nach La Serena. Von dort weiter in das Valle de Elqui bis zur Staumauer auf 413 m über Null. Der Straße folgend fuhren wir nach dem Dorf Puclaro kurz vor einem Weinverarbeitungsgebäude links ab in Richtung Gualliguaica. Das Dorf liegt auf der nördlichen Seite des Stausees gegenüber von Puclaro. Als wir am Spot ankammen, stand er bereits voll unter Dampf. Konstante Windstärke um die 26 Knoten sideshore, Flachwasser, allerdings ohne Stehbereich und eine sehr lebendige Kiterszene. Ich holte meinen 8er raus und es war Hochsprung angesagt.




Nach 2½ Stunden war ich völlig im Eimer und hatte keine Puste mehr. Die 400 m Höhenunterschied und die Sonne setzten mir anscheinend mehr zu, als ich gedacht hatte. Süßwasser im Mund, die Kulisse der Berge im Hintergrund, stahlblauer Himmel und Sauerstoffmangel waren eindeutig zu viele Eindrücke für so einen Muscheltreter wie mich.


Der Wind war ein Traum. Sehr konstant, entstehend aus Thermik und der geografischen Lage des Stausees. Die Staumauer liegt genau in Richtung Westen und ist gerahmt von Bergen, welche wie eine Düse funktionieren. Es bläst hier von morgens bis abends und das fast jeden Tag. Na dann bis morgen und herzlich Willkommen im Windparadies...


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