weltreise

unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

Reiseberichte
«  

Mai

  »
M T W T F S S
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
31
 
 
 
 
   
     
 

Deutsche Einheit auf vietnamesisch

Datum: 
3. Oktober 2009

Unsere gestrige Ankunft in Vietnam wurde von der beständigen Angst begleitet, das erhoffte Visum nicht zu bekommen und im Flughafen stecken zu bleiben. Aber in der Hinsicht sollte das Auswärtige Amt einmal seine Website aktualisieren. Das bei www.vietnam-destination.de angemeldete Visum wurde ohne Probleme nach Vorlage unseres „approval letter“ und nach einer einstündigen Wartezeit am Visa-on-arrival Schalter in Hanoi eingestempelt. Als wir nach unserem unendlichen Flug aus Denpasar endlich im „Bonjour Vietnam Hotel“ angekommen sind, wagten wir es, uns auf der Suche nach einem Abendessen, ins Getümmel zu stürzen. Hanoi ist ein wahrer Moloch und die extremste Großstadt (nach Hong Kong), die wir je besucht haben. Vor allem der Straßenverkehr ist einfach nur irre. Es fahren Tausende, wenn nicht sogar Millionen von Mopeds ohne erkennbare Regeln und als Fußgänger hat man zunächst Angst, die Straßen zu überqueren, da niemand hält. Selbst an Ampeln und Zebrastreifen ist man nicht sicher vor anderen Verkehrsteilnehmern. All die vorbeistreifenden Lichtblitze, Hupkonzerte, die Gerüche aus den Garküchen und das scheinbar nie enden wollende geschäftliche Treiben auf Hanois Straßen haben uns schon am ersten Abend förmlich umgehauen. Wo sind wir denn hier gelandet?

 

 

Nach einer erholsamen Nacht wagte ich mich zum Markt, um für die Ankunft von Gitti und Ecki Reishütte zu kaufen. Schließlich wollten wir sie ein wenig traditionell empfangen. Im schönen Sonntagszwirn begab ich mich in die Marktgasse und kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Von Schildkröten, Krebsen, Fröschen, Muscheln, Gemüse, Gewürze bis hin zu Haushaltswaren und Klamotten wurde so ziemlich alles angeboten.

 

 

Die zwei Hüte habe ich schnell besorgt und sah zu, ohne mich zu verlaufen wieder zurück zum Hotel zu kommen. Bei all dem Straßendreck hatte ich mein Kleid und mich mehr als eingesaut. Egal. Schnell abgeduscht saßen wir wenig später leicht nervös im Flughafentaxi. Wie wird es wohl sein, das Wiedersehen nach ganzen neun Monaten räumlicher Trennung?

 

 

Herzlich, emotional und einfach nur schön, die Beiden wieder in die Arme zu schließen. Ein ganz besonderer Moment, den wir gar nicht in Worte fassen können. Symbolträchtig fiel unser Wiedersehen auf den Tag der Deutschen Einheit. Der Hunger trieb uns hinaus in die Straßen. Nico und ich dachten nach unserer gestrigen Straßenerfahrung, es wäre besser, ein Taxi zu nehmen, doch Gitti und Ecki wollten sich nach der langen Anreise die Beine vetreten. Sie waren genauso geschockt wie wir am Vorabend und dann landeten wir sogar in einem vietnamesischen Restaurant, wo tatsächlich Hundefleisch auf der Speisekarte stand. Wir hingegen bevorzugten Huhn, Reis und unseren Wasserspinat. Dieser Tag schien für uns nie zu enden. Es gab so viel zu erzählen und berichten und es fühlte sich an, als säßen wir in Grevesmühlen im Wohnzimmer, als wäre es gestern.

 

 

reiseberichtvorschaubild: