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„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Die Geschwindigkeit des Reisens

Datum: 
19. März 2009

Auf der Suche nach einer Bleibe klapperten wir um die zehn Hostels ab. Unsere Vorgehensweise war immer die gleiche. “ Haben sie ein Zimmer für zwei Personen? Hat es ein eigenes Bad ? Was kostet es? Können wir es uns ansehen? Wird es günstiger wenn wir fünf Tage bleiben? Ist Frühstück inklusive und haben Sie Internet?“ Die Unterkünfte waren dicht an dicht gesäht und wir wählten zu Gunsten unseres ohnehin schon geschrumpften Budgets die für uns günstigste Variante (ca. 8 € p. P.) und bekamen ein einfaches Zimmer mit eigenen Bad. Es ging auch noch billiger im Mehrpersonenzimmer mit Doppelstockbetten, Gemeinschaftstoiletten und Bad auf dem Hof aber dieses Herbergsflair wollten wir uns nicht geben. Sind dann doch ein bisschen verwöhnt und fünf Tage mit evtl. schnarchenden Zimmergenossen kamen nicht in Frage. Der Hunger trieb uns anschließend in ein für diese Region typisches Restaurant mit offener Feuerstelle und das bestellte Steak zerschmolz förmlich im Mund. Das war eindeutig das beste Steak bisher in Chile und wir leckten uns alle zehn Finger danach. In dieser urigen Atmosphäre genossen wir die Magie des prasselnden Feuers und mussten ersteinmal ankommen. Wir konnten es noch gar nicht recht fassen, wir befanden uns auf 2.300 m Höhe in der chilenischen Atacamawüste und schlugen soeben ein neues Kapitel unserer Reise auf. Alles bisher vertraute war hier mit einem Mal völlig anders, die Architektur, die Menschen, die Atmosphäre, die Landschaft und wir mitten drin.

 

 

Von einem Ort zum anderen zu reisen ist die eine Sache aber wirklich anzukommen und sich fallen lassen können die andere. Die Anreise und die Zimmersuche frisst den ersten Tag. Um den jeweiligen Ort zu begreifen und gedanklich anzukommen brauchen wir den zweiten Tag. Bisher fühlten wir uns am dritten Tag erst richtig wohl und schlugen die ersten Wurzeln. Wiedermal hat uns die Geschwindigkeit des Reisens eingeholt und die Eindrücke überschlagen sich. Den morgigen Tag werden wir ruhig angehen und langsam auf uns zukommen lassen.

 

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