Nachdem wir gestern Kraft getankt hatten ging es heute mit Tiger auf die große Besichtigungstour. Wir starteten im Tempel Banteay Kdei („Zitadelle der Zellen"). Der Name bezieht sich auf die hier vermutete Wohnstätte von Mönchen und wie jede Anlage ist sie streng geometrisch angelegt. Es war unglaublich heiß und zum Glück spendeten die umstehenden Bäume etwas Schatten, sonst wären wir glatt geschmolzen.








Gegenüber von Banteay Kdei statteten wir dem Srah Srang („Königliches Bad") einen Besuch ab. Es gilt als Wasserbecken für rituelle Waschungen, wobei die Bezeichnung Becken bei den riesigen Ausmaßen sehr untertrieben ist. Es folgten der Tempelberg Pre Rup, der östliche Mebon, Ta Som, Neak Pean und Preah Khan. Jeder Tempel hatte seinen eigenen Reiz und wir wurden nicht müde, die bis ins kleinste Detail kunstvoll verzierten Heiligtümer zu bestaunen. Beeindruckt hat uns Preah Khan, welcher ebenfalls von Urwaldpflanzen überwuchert wurde und eine ähnliche Atmosphäre wie Ta Prohm ausstrahlte.






Auf dem Weg zum Pyramidentempel Phnom Bakheng, unserem letzten Stop für heute, durchquerten wir nocheinmal die gewaltige Anlage von Angkor Thom, diesmal von Norden nach Süden. Es ist und bleibt für uns absolut faszinierend, mit welcher Hingabe und tief verwurzeltem Glauben diese Bauten errichtet wurden. Am Tempelberg Phnom Bakheng angekommen ging es unter schweißtreibenden Bedingungen den Hügel hinauf, um von dort den Sonnenuntergang zu beobachten. Allerdings herrschte oben Volksfeststimmung und Massen von Touristen erkletterten den fünfstufigen Pyramidentempel. Wir kamen uns vor, wie im Feierabendverkehr und die 70° steilen Treppen erklommen wir dicht an dicht gedrängt. Einem Ameisenhaufen gleich wuselten alle durcheinander und wir wurden quasi mit dem Besucherstrom bergauf gespült. Die Architektur symbolisiert in ihrer Ausrichtung Harmonie mit Erde und Himmel, den nach oben führenden Weg zu den Göttern, die auf dem Berg Meru wohnen. Von Harmonie war hier nichts zu spüren und bei dem Lautstärkepegel fühlten wir uns eher wie auf einem Bahnhof. Nach einem kurzen Blick auf Angkor Wat ergriffen wir schnell die Flucht. Das war nicht unser Ding und wir hätten es eigentlich schon an den vielen Reisebussen auf dem Parkplatz erkennen müssen. Wir verzichteten auf den Sonnenuntergang und nun waren wir die einzigen, die nicht hoch sondern runter wollten. Den Abstieg mussten wir uns regelrecht freikämpfen und unter Ellenbogeneinsatz erreichten wir erleichtert wieder den Fuß des Tempelberges. Wir können uns nur ausmalen, wie die Massen nach Sonnenuntergang im Dunkeln die steile Pyramide hinunter stolpern.





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