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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Ein verkorkster Ersatzausflug

Datum: 
14. Oktober 2009

Da die Halong Bucht uns einfach unglaublich gefallen hat, buchten wir für den gestrigen Tag einen weiteren Ausflug dorthin, alllerdings diesmal mit einer Übernachtung auf dem Boot. Wir wollten uns von der surrealen Landschaft der Kalksteinfelsen im Sonnenuntergang verzaubern lassen und alles in allem versprach es ein romantisches Erlebnis zu werden. Leider kam uns ein Taifun dazwischen, so dass wir auf heute vertröstet wurden. So ein Taifun verdrückt sich aber auch nicht an einem Tag und so stand für mich eigentlich schon fest, dass wir heute die gleiche negative Antwort bekommen werden. So kam es dann auch. Unser Reiseleiter Son setzte sich mit bedrückter Mine zu uns und überbrachte die Nachricht. Unsere Reaktion war natürlich alles andere als erfreut und so saßen wir alle etwas bedröppelt am Frühstückstisch. Er hatte aber sogleich einen Ersatzausflug in die trockene Halong Bucht parat. Die gleichen Kalksteinformationen nur ohne Wasser. Warum eigentlich nicht? Noch einen Tag in Hanoi hielten wir einfach nicht aus, denn diese Stadt raubte uns den letzten Nerv. Das ewige Gehupe, immer mit der Angst im Nacken angefahren zu werden und die dicke, von Abgasen und Essensgerüchen geschwängerte Luft war nicht wirklich erholsam.

 

Die Zeichen standen auf Regen, denn in Hanoi fing es bei der Abfahrt mit dem schnell organisierten Reisebus schon an. Wir wurden kurzerhand in einen Bus mit 21 anderen Touristen gesteckt, welche eigentlich auch in die Halong Bucht wollten. Es war eine englischsprachige Reisegruppe und wir fuhren im immer dichter werdenden Regenschauer in südlicher Richtung nach Ninh Binh. Im Dauerregen kamen wir in der trockenen Halong Bucht an, welche jetzt natürlich zur nassen Halong Bucht wurde und wurden vor einem Tempel aus dem Bus gescheucht. Der Weg dorthin war gerade im Bau und durch den Regen verwandelte er sich in eine fantastische Rutschbahn. Wir schlitterten mit der gesamten Reisegruppe auf dem lehmigen Untergrund dem Eingang entgegen und die geschäftstüchtigen Vietnamesen wollten uns alle drei Meter Regenschirme und Regenjacken andrehen. Unsere Stimmung sackte auf einen Tiefpunkt und aus Prinzip kauften wir erst recht jetzt keinem irgendetwas ab, zumal die Preise sich mit jedem Regentropfen auf wundervolle Weise verdoppelten. Da werden wir lieber nass.

 

 

Unser Besuch im Tempel dauerte ca. 10min, da mehrere Reisebusladungen das Innere der Anlage fluteten und sich durch die engen Gänge zwängten. Es kamen wohl noch mehrere Agenturen auf die glorreiche Idee, die Halong Bucht Touris hierher zu schicken. Wir suchten schnell das Weite und schlitterten alleine auf dem Weg zurück zu unserem Bus. Der einzige Reiseleiter machte dann mit acht der insgesamt 25 Teilnehmer auch noch eine Fahrradtour im strömenden Regen. Er ließ uns mit den Worten zurück, dass der noch verbliebene Busfahrer kein Wort Englisch spricht und ich ihm dem Gefallen tun sollte, alle Schäfchen im Bus einmal durchzuzählen. Der Fahrer wäre auch schon fast los gefahren, bis ich ihm in Zeichensprache versuchte klar zu machen, dass wir noch nicht vollzählig wären.

 

 

Der zweite Teil des Ausflugs sollte der Schönere werden, da sich die Regenwolken langsam verzogen. In Tam Coc, einem kleinem Ort nahe Ninh Binh, wurde die gesamte Reisegruppe nach dem Mittagessen in kleine Boote verfrachtet und auf einem Fluss durch die Kalksteinformationen geschippert. Es ging dort aber zu wie auf einem Rummelplatz und Reisegruppen über Reisegruppen drängelten sich am Anleger. Uns beiden ist bei dem Massenansturm die Lust vergangen und wir verzichteten. Es war wie in der Schlange im Supermarkt oder Bananen kaufen zu Ostzeiten... „Der nächste bitte...“. Wir machten noch ein paar Fotos von meiner Mutter und Ecki und setzten uns die nächsten 2 Stunden in ein Café.

 

 

Gegen 16:00 Uhr wurden alle wieder in den Bus gestopft und zurück nach Hanoi gebracht. Was für ein Ausflug. Das schönste an diesem Tag war unsere lustige Hoteltreppenhausparty am Abend, bei der wir alles nochmal Revue passieren ließen.

 

 

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