Unser Weg führte uns weiter gen Norden und als Tagesetappe wollten wir in Bundaberg, der Stadt, die für ihren gleichnamigen Rum bekannt ist, über nacht rasten. So fuhren wir Richtung Strand und hielten in Bargara, da wir dort keine Verbotsschilder sehen konnten. Da langes Autofahren immer recht anstrengend ist, schliefen wir eben schnell ein. Doch unsere Nachtruhe hielt nicht lange an, denn auf einmal weckte uns ein kräftiges Klopfen gegen 00:30 Uhr an der Tür. Wir hielten es für einen Scherz von Halbstarken aber ein weiteres Pochen folgte und so blinzelte ich verschlafen aus dem Spalt der Schiebetür. Er stellte sich als Ordnungshüter der Gemeinde Bundaberg vor und faselte irgenwas von sofort verlassen und Strafe. Da ich noch recht schlaftrunken war und meine Ohren noch nicht richtig auf Empfang waren verstand ich nur die Hälfte. Anfangs stellte ich mich doof aber er machte uns unmißverständlich klar, dass das Campen im gesamten Gebiet von Bundaberg verboten sei, andernfalls würden 150 Dollar Strafe pro Person anfallen. Noch völlig neben uns baten wir ihn, uns 5 Minuten zu geben, damit wir uns zur Weiterfahrt sammeln können. Er war einverstanden und weckte weitere Camper, die sich im Laufe des Abends und der eintretenden Nach dazugesellt hatten. Das war es dann mit der Erholung und wir machten uns auf die Socken und ließen die Stadt des Rums hinter uns. Mittlerweile war es 01:30 Uhr und wir fuhren müde und unserer Nachtruhe beraubt ziellos durch die Gegend. Auf einem großen Werbebanner sagten wir dem Logo des australischen Bundaberg Rums, einem Eisbären, adieu und waren nun auch schlauer, warum ausgerechnet ein australischer Rum dieses Tier am Flaschenhals trägt...wir sagen nur eiskalt, in jeder Hinsicht.
Durch die Nacht fuhren wir weiter zur nächsten Stadt, die dann auch noch Gin Gin hieß und wir hofften, hier ein paar Stunden am Wegesrand Ruhe zu finden. Das gelang diesmal, doch zum frühstücken lud dieser Platz nicht ein. Wir machten uns wieder aus dem Staub und hielten auf einem Campingplatz an. Mit unserem Paul scheinen wir irgendwie aufzufallen und neugierig zu machen. Denn noch unser Brot kauend und den frischen Kaffee schlürfend beobachteten wir einen alten Mann, der sich mit 2 Mandarinen direkt auf uns zu bewegte. Seine ersten Worte lauteten, diese Mandarinen hätten einen langen Weg aus dem mittleren Australien hinter sich und jetzt würde er sie gerne uns schenken. So plauderten wir und man merkte, dass er als allein Reisender ab und an diese Gespräche sucht. Wir schätzten diesen geborenen Briten um die 80 Jahre ein und waren erstaunt, dass er sich mit seinem Bulli noch solche Reisen zutraut.
Den restlichen Tag verbrachten wir mal wieder auf dem Bruce Highway und hielten abends an einer sog. Rest area oder einem Rastplatz an, um einer weiteren nächtlichen Ruhestörung im Vorfeld aus dem Weg zu gehen. Am nächsten morgen quatschte ein australischer Junge Nico an und sein nicht minder aufgeschlossener Vater gesellte sich dazu. Sie gaben und noch ein paar Tipps und schenkten uns sogar ihre Straßenkarte von Queensland, denn wir hatten nur unseren Lonely Planet. Manchmal kommt man sich auf einer Reise im Campervan vor, wie in einer großen Familie, wo jeder zusammenhält und seine Hilfe anbietet.

Die Freude war auch groß, als wir ein paar deutsche, dänische und italienische Studenten hier wiedertrafen, denen wir schon in Rainbow Beach begegneten. Sie waren wie wir auf dem Weg nach Airlie Beach und so würden wir sie wohl auch dort wiedersehen.
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