Der Tag begann eigentlich recht normal. Ein einfaches Frühstück so gegen 09:00 Uhr mit Spiegelei auf Brot, Obst und leckerem Milchkaffee dazu. Na Steffi, wie sieht der Plan für heute aus? Lass uns doch mal unsere gesammelten Reiseberichte und Fotos ins Netz stellen. Vorher stand noch ein Treffen mit Juan an, der uns nach unserem gestrigen Gespräch am Strand Kartoffeln aus Havanna besorgen wollte. Zur vereinbarten Zeit waren wir am Treffpunkt und warteten und warteten. Es war uns schon klar, dass eine kubanische Zeitansage ungefähr zu verdoppeln ist aber dass es über eine Stunde dauerte, war uns dann doch zu viel. Wir schrieben ihm eine Nachricht in den Sand und sind in Richtung Bushaltestelle aufgebrochen.
Es war heute heißer als an jedem anderen Tag zuvor. Der einzige schatttige Platz war unter einem Baum, wo sich auch schon andere Passagiere versammelt hatten. Der Bus hielt wie vorgesehen und war proppenvoll. Wir haben das Prinzip des kubanischen Nahverkehrs noch nicht wirklich begriffen und so stellten wir uns getreu nach deutscher Manier hinten an. Als wir an der Reihe waren, war der Bus nahezu überfüllt und fuhr vor unserer Nase mit offenen Türen einfach ab. Da standen wir nun allein an der Haltestelle und kamen uns ein bisschen wie die doofen Touristen vor. Also haben wir die Füße in die Hand genommen und sind bis zur nächsten Haltestelle gelaufen Meine Worte auf diesem Weg waren: „Steffi, wir nehmen einfach den nächsten Bus, egal welche Nummer der hat, irgendwo werden wir schon ankommen.“ Gesagt, getan, der 462er war unserer. Anfangs lief es auch recht gut aber dann bog er im Kreisverkehr in eine völlig andere Richtung ab “...einfach sitzen bleiben, das kann nur der stadtinterne Nahverkehr sein, d.h. wir kommen auf jeden wieder da an, wo wir eingestiegen sind.“ Im Endeffekt sind wir am Arsch der Welt gelandet, zwischen kubanischen Plattenbauten – immerhin umsäumt von Palmen und Bananenpflanzen, dem Busbahnhof und im (N)irgendwo. In Kuba ist fast nichts ausgeschildert und wie schon so oft auf unserer Reise sind wir wieder mal umher geirrt.


Nach einigem Suchen hat Steffi dann aber die Haltestelle für den 400er gefunden. Sie lag hinter einem Neubaublock und einer Tankstelle und war natürlich nicht beschildert. Es kamen immer mehr Mitreisende und jeder sagte laut „el ultimo“ und setzte sich anschließend neben uns. Wir fragten uns, was das soll. Als der Bus dann endlich kam wurde es uns klar. Jeder stellte sich streng an dieses Prinzip haltend geregelt an und wir standen natürlich ganz hinten. Wenn man sich in Kuba in eine Warteschlange anstellt und als Letzter kommt, muss man laut: „el ultimo“ (der Letzte) sagen und fragt damit gleichzeitig, wer der Letzte in der Schlange ist. So gibt es kein Gedrängel und Geschupse, weil jeder weiß, wann er an der Reihe ist. Dieses Prinzip funktioniert hier komischerweise ohne Probleme. Wir schlängelten uns dann trotzdem irgendwie in diesen Bus und sind nach dieser Trödelei irgendwann beim „Club Atlantico“ angekommen.

Mit gebrochenem Spanisch und zu guter letzt Englisch mussten wir der Security-Tante vom Eingang des „Club Atlantico“ zu verstehen geben, dass wir nur ins Internet wollen. Sie wies uns diesmal mit der Begründung ab, wir seien keine Hotelgäste und sie dürfe uns nicht hinein lassen. Wir winkten noch mit unsere Internetkarte vom letzten Mal aber es brachte nichts. Nach dem zweiten und dritten Hotel hatten wir endlich im „Tropicoco“ Glück...upload....
Durch die unglaubliche langsame Verbindung dauerte unser Aufenthalt 2 Stunden und da es mittlerweile 18:00 Uhr war, setzte die Dämmerung recht schnell ein. Wir sind zügig den Weg zurück gegangen und Nico, der Navigator, wollte neue Wege ausprobieren. Sie sollten uns seiner Meinung nach auf die große Hauptverkehrsstraße führen. Das Ende vom Lied war, dass uns ein Hotel-Security-Mann wieder auf den richtigen Pfad führen musste. So sind wir ein wenig zerstochen im Dunkeln zur Bushaltestelle gestolpert, denn der Weg führte entlang an Seen und Mangrovenwäldern – der Brutstelle schlechthin für Moskitos.
Wie sollte es auch anders sein, war mal wieder Stromausfall und so standen wir im Dunkeln an der Straße und sind dann irgendwann mit dem 462er Richtung Guanabo gefahren. Das „el ultimo“ konnten wir uns schenken, weil wir die einzigen waren. Schließlich haben wir uns eine Pizza bei „Don Peppo“ bestellt und sind dann aber so schnell wie möglich nach Hause...buenos noches...
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