Steffi lud mich heute zu einem Frühstück nach Havanna ein. Wie in den letzten Tagen schon erprobt, nahmen wir den 400er in Richtung Havanna. Dort angekommen steuerten wir diesmal direkt das empfohlene Lokal aus unserem Reiseführer an, das „Cafe O'Reilley“. Wie sollte es auch anders sein, war es noch geschlossen und wir mussten noch eine halbe Stunde warten. Diese Zeit nutzen wir zu einem kleinen Spaziergang durch die Gassen der langsam erwachenden Stadt. Wir bestellten anschließend Omeletts und Milchkaffee aber leider waren keine Eier vorrätig. Geduld, dann nehmen wir halt Sandwiches und Kaffee. Vom lauschigen Balkon des Cafes ließen sich wunderbar die Menschen und das Straßenleben überblicken.


Unsere Ziele für den heutigen Tag lauteten, die Fähre auf die andere Seite nach Casablanca zur Christus Statue zu nehmen, die Plaza Vieja zu finden und den Busbahnhof für unsere Weiterreise ausfindig zu machen. Nach unserem recht einfachen Frühstück ging es weiter in Richtung Hafen auf der Suche nach dem Fähranleger. Der Weg dorthin wurde begleitet durch wunderschöne, teilweise sehr baufällige, koloniale Gebäude und der fantastisch restaurierten russisch orthodoxen Kirche.
Nach einigen Durchfragen erreichten wir tatsächlich die Pier. Auf der anderen Seite angekommen ging es über steile Treppen, welche nur durch Intuition zu erahnen waren, auf die große Terrasse der Statue. Uns blieb die Spucke weg. Unser schweißtreibender Aufstieg wurde mit einem fantastischen Ausblick über Havanna belohnt. Diese Tour hätten wir schon am ersten Tag unseres Besuches machen sollen.
Auf der Rückfahrt mit der Fähre zahlten wir auch endlich den regulären Preis von 1 pesos (nacional) für zwei Personen und nicht 10 pesos wie auf der Hinfahrt.
Direkt gegenüber des Fähranlegers lag das „Museo del Havanna Ron“. Herrlich, solch ein Museum ist nach meinem Geschmack. Senor, quisiera dos mojitos por favor.
Mit unseren spärlichen Spanischkenntissen fragten wir uns bis zur Plaza Vieja durch und wurden nicht enttäuscht.
Havannas Straßenbild, das Flair, diese Authentizität und die Freundlichkeit erzeugen eine faszinierende Atmosphäre. Die Stadt ist so vielschichtig, lebendig und geschichtsträchtig, dass man bei jedem weiteren Besuch ohne Probleme ganz andere, wunderbare Erfahrungen machen kann.
Zurück in Guanabo mussten wir erstmal die Erlebnisse und Eindrücke des Tages sortieren. Im Gegensatz zu Steffi war ich aber ein wenig aufgekratzt und habe in einem Gespräch mit dem Nachtwächter versucht, mein Spanisch aufzupolieren. Nach einer Stunde jonglieren mit meinem Wörterbuch bekam ich unter anderem heraus, dass unsere Nachbarn, die schon eine Woche neben uns wohnten, auch Deutsche sind. Genau in diesem Moment kam einer von ihnen mit dem Auto vorgefahren. So haben wir Torsten bei einem Cuba Libre kennengelernt.
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