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„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Halligalli-Anschnallen

Datum: 
10. Dezember 2009

Heute wollten wir heraus finden, was es mit den Reifenmenschen auf sich hat. Wir begaben uns gegen 13:00 Uhr zum einzigen Autoreifenverleih und ließen uns mit Nummern auf dem Arm, aufgeblasenen Reifen und einem vollbeladenen Tuk Tuk flussaufwärts fahren. Als wir dort ankamen, bot sich uns ein aberwitziger Anblick. Wir hatten eine entspannte Flussatmosphäre erwartet aber was war denn hier los? Eine Bar neben der anderen und die Mucke aufgedreht bis zum Anschlag. Das Bild musste erstmal verdaut werden und dabei halfen uns zwei Bier.


Die ganze Szenerie erinnerte mich wieder einmal an die Freggles: „ Sing und schwing das Bein, lass die Sorgen  Sorgen sein...“ Die Leute waren außer Rand und Band. Das Ganze wirkte wie ein riesiger Spielplatz für Erwachsene. Von hohen Plattformen schwangen sie sich an Seilen über den Fluss und das Tubing, wie wir es vor hatten, geriet erstmal in den Hintergrund. Eigentlich wollten wir uns gemütlich den Fluss in unseren Autoreifen nach Vang Vieng treiben lassen aber statt dessen ließen wir uns von Bar zu Bar treiben und tranken hier und dort etwas.

Ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, selber an einer der unzähligen Bars den Fluss-Swing auszuprobieren und nach einer Modderschlacht mit Volleyball-Ambitionen kamen wir im Endeffekt auf ca. 250m Wegstrecke. Die gesamte Flussabfahrt dauert aber ungefähr 2½ Stunden und wir trödelten im Prinzip noch am Einstieg herum. Die meisten Bars befanden sich auch genau dort. Es war einfach herrlich die Leute beim ausflippen zu beobachten und uns von der ausgelassenen Stimmung mitreißen zu lassen.

Die Zeit verging wie im Fluge und wir kamen erst zur sechsten Bar, welche mit einer riesigen Flussrutsche protzte. Mittlerweile war es 17:00 Uhr und die Sonne verschwand hinter den Bergen. Es wurde mit einem Schlag arschkalt und wir trafen die einzig halbwegs vernünftige Entscheidung an diesem verrückten Tag. Lass uns den Fluss, Fluss sein lassen und mit dem Tuk Tuk nach Hause fahren. Natürlich trudelten wir viel zu spät an der Verleihstation ein, dazu noch im Dunkeln und betrunken. Nach 18:00 Uhr bekommt man nur noch ein Drittel des Pfands wieder aber wir waren froh, überhaupt noch Reifen zu haben. Was für ein verrückter Tag...       

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