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„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Hanoi Highlights

Datum: 
15. Oktober 2009

Viel Gutes konnten wir ja bislang noch nicht von der Hauptstadt berichten, doch ein paar schöne Ecken haben wir doch noch gefunden. Ein Spaziergang um den Schwertsee mit seinem Schildkrötenturm lohnt sich sowohl tagsüber als auch abends. Am Tage ist er ein beliebter Platz zum ausspannen oder Hochzeitsbilder knippsen und nachts ein Treffpunkt für jung und alt, Verliebte aber auch Sportbegeisterte – eben eine bunte Mischung vietnamesischen Lebens.

 

 

Typisch vietnamesisch und ein absolutes Muss ist das Thang Long Wasserpuppentheater ganz in der Nähe des Schwertsees. Die Reisbauern haben es vormutlich schon vor über 1.000 Jahren in ihren Pausen entwickelt und viele, viele Jahre später etablierte sich ein Ensemble mit weltweitem Erfolg. Auch wir vier ließen uns von den traditionellen Klängen und dem Puppenspiel im Wasser verzaubern. Neben den alltäglichen, landwirtschaftlichen Arbeiten werden auch Mythen und Sagen spielerisch dargestellt. Da eine Puppe teilweise bis zu 15 kg wiegen kann, haben die Puppenspieler hinter dem Bambusvorhang einen ganz schönen Kraftakt zu bewältigen.

 

 

Weniger schön aber dennoch interessant kommt das Old Quarter herüber. Einst für seine 36 Gassen bekannt, in der jeweils nur eine Ware pro Straße (z.B. Fisch) angeboten wurde, wird heute in jeder Straße scheinbar alles verkauft. Hier und da erblickt man typische koloniale Bauten und erahnt den Charme vergangener Tage.

 

 

Für Geschichtsliebhaber empfiehlt sich ein Ausflug zum Hoh Chi Minh Museum, Mausoleum und Wohnhaus. Wir hatten Glück oder Pech – je nachdem wie man es betrachtet – denn das Mausoleum wurde gerade restauriert. So spazierten wir lieber auf der Prachtstraße umher und landeten schließlich bei seinem Wohnhaus und konnten den Fuhrpark oder sein Arbeitszimmer wohlgemerkt stets durch die Scheibe besichtigen.

 

 

Zu guter Letzt sei noch der Literaturtempel, eine besonders schöne Anlage aus 1070, genannt, die zu Ehren des Konfuzius errichtet wurde. Symbolisch für vier Prüfungen bis zur Erlangung himmlischer Klarheit durchschreitet man vier Tore und Höfe, wo einst literarische Debatten und Lesungen abgehalten wurden. Namen erfolgreicher Absolventen aus mehr als 300 Jahren wurden in Stelen gemeißelt und fussen auf Schildkröten, dem Symbol für Weisheit.

 

 

 

Was uns jedoch am meisten an dieser besonderen Stadt beeindruckt hat sind ihre Bewohner, die ihr Leben zumeist auf der Straße und damit sehr öffentlich leben. Ob in der Garküche, im Geschäft, auf dem Moped, in der Reiseleitung oder an der Rezeption im Hotel, sie sind sehr emsig und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Zwei Menschen stachen besonders hervor: zum einen der schon erwähnte Reiseleiter Son und die Rezeptionistin aus dem „Bonjour Vietnam Hotel“, deren Namen wir leider nicht kannten. Da sie aber alles mit einem liebenswerten „thank you so much“ kommentierte, haben wir sie eben so getauft. Son hatte uns sogar nach den Ausflügen weiterhin betreut und wollte wohl auch nicht so recht Abschied von uns nehmen. Seine Frau hatte am letzten Abend extra vietnamesische Frühlingsrollen, Son nannte sie immer Ho Chi Minh Bratwürste, für uns gemacht, die wirklich köstlich waren. Die kleine Rezeptionistin wuchtete sogar Nicos schweren Technikrucksack am nächsten Tag ins Flughafentaxi mit den Worten: „...not heavy enough for me“. Sie verabschiedete uns mit den Worten: „you are happy family – thank you so much“.

 

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