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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Himmelsstürmer - Skydive Mission Beach!!!

Datum: 
19. Juli 2009

Ich habe mich schon die letzten Tage mit dem Gedanken, einen Skydive zu machen, rum geschlagen. Vielleicht sind wir auch nur deswegen hier...? In den letzten zwei Tagen beobachteten wir immer wieder die kleinen, weißen Punkte, welche direkt über unserem Strand aus dem Flugzeug purzelten und direkt vor unseren Füßen landeten. Sie drehten diverse Pirouetten am Himmel und die Geschwindigkeit beim Landeanflug war auch nicht ohne. „Nee Steffi, das machen wir nicht oder?“ Ich muss dazu sagen, seit dem Film „Gefährliche Brandung“ war ich von der Idee eines Skydives angefixt. Wenn nicht jetzt, wann dann? Getreu diesem Motto und bereit, meine eigenen Grenzen zu überschreiten meldete ich mich heute zu einem Sprung aus 9000ft an. Leider überschritt schon dieser Sprung mein begrenztes Weltreisebudget und die dazugehörige DVD+Fotos sprengten es endgültig. Aber das war mir egal, an irgendeiner Stelle werde ich es schon wieder einsparen können. Ich war schon bei der Anmeldung tierisch aufgeregt und dieses Gefühl sollte mich auch nicht bis zum Absprung verlassen. Allein der Gedanke ließ mir kaum noch Luft zum atmen und die lange Vorbereitungszeit tat ihr übriges.

 

Von einem Bein auf das andere tretend wartete ich ungeduldig auf den Startschuss. In meinem Kopf drehten sich die Gedanken zwischen - „Ist das sicher? Warum setzte ich mich dieser Gefahr aus? Weil es schon immer ein unerfüllter Traum war...Gibt es einen Sicherheitsfallschirm? Hält das Material bei meinem Sprung? Mit wem werde ich springen? Scheiße, was wird passieren?...“ Ich habe mir selber gesagt, ruhig bleiben und ganz entspannt durchatmen. Wie ein Lamm auf der Schlachtbank harrte ich der Dinge. Schlimmer als ein BUNGY-Jump kann es nicht werden, obwohl mich der Zeitraum des Freefalls von 25 Sekunden schon ein bischen einschüchterte. Bei meinem Sprung von der Kawarau-Bridge betrug der freie Fall lediglich zwei Sekunden. Das wird definitiv die abgefahrenste Sache sein, die ich jemals gemacht habe. !

 

 

Jetzt war es endlich so weit...ich wurde meinem Instructor Brad zugewiesen und er weihte mich in die Geheimnisse unseres angehenden Sprunges ein. Verdammt war ich aufgeregt und mein roter Kopf drohte zu platzen. Mir wurde mein Geschirr angelegt und mit vier weiteren Leidensgenossen ging es per Bus zum nahe gelegenen Flugplatz. Auf der Fahrt war mein Kopf wie leer gefegt. Ich war im Hier und Jetzt und fragte mich immer wieder, was mich wohl erwarten wird. Wir hoben mit einer Cessna und offener Tür vom Rollfeld ab und ich saß direkt an der Öffnung. Mich beschlich das eigenartige Gefühl, dass ich der erste sein werde. Egal, es gab kein zurück mehr und ich genoß die letzten Momente vor meiner persönlichen Grenzüberschreitung. Im Steigflug bestaunte ich die unglaubliche Landschaft und konnte noch gar nicht glauben, gleich aus dieser Tür zu springen. „Verdammt, auch wenn das der kleinste Sprung ist, sieht der verdammt hoch aus.“

 

 

Tür auf - an die Kante des Fliegers rutschen - Beine baumeln lassen - Hände vor dem Körper kreuzen - Kopf in Nacken...one-set-go...

 

Was dann folgte, kann ich schlecht beschreiben. Aus einem Flugzeug abzuspringen ist schon abgefahren genug aber dann durch die Luft zu segeln – unbeschreiblich.

 

In der ersten Sekunde nach dem Absprung wurde ich von Unmengen Adrenalin geflutet und es war vergleichbar mit einem BUNGY-Sprung. Jedoch durch die Geschwindigkeit (immerhin 200km/h) ließ dieses bekannte Gefühl rasch nach und der gefühlten Luftdruck auf meinem Körper und meinem Gesicht verdrängte diesen Vergleich. Ich konnte bis zur Landung gar nicht mehr aufhören zu brüllen. „Wie geil ist das dann? Awesome...“. Zwischen meiner Brüllerei bestaunte ich zudem die Inseln, das Great Barrier Reef und den Mission Beach. Ich weiß nicht, was Brad gedacht haben muss aber ich ließ meinen Gefühlen freien Lauf und brüllte immer weiter...einfach abgefahren .

 

 

Leider oder vielleicht zu Brads Glück mussten wir den Fallschirm ziehen und mit einem Ruck kam mit einem Schlag ein ganz anderer Aspekt ins Spiel. Nun segelten wir durch die Luft und drehten die gleichen Pirouetten, die ich schon vom Strand aus beobachten konnte. Die Krönung war, als ich selber Hand anlegen durfte und so ein Fallschirm funktioniert auch nicht anders als ein Kite. Steuerleine rechts, Steuerleine links...

 

 

Ich war so randvoll mit Adrenalin, dass ich Brads Anweisungen gar nicht mehr folgen konnte. Er erzählte mir irgendwas von wegen ich sollte meine Brille abnehmen. Ich hörte seine englischen Worte aber irgendwie wollte mein Kopf sie nicht mehr ins Deutsche übersetzen. Auf dem Weg nach unten setzte mein Gehirn wieder ein und der Landeanflug verlief großartig. Ich brüllte mein überschüssiges Adrenalin heraus, hob die Beine zur Landung und der Strand hatte uns wieder.

 

 

Noch völlig überwältigt von diesem Ereignis stürmte ich zu meiner am Strand wartenden Steffi und überhäufte sie mit Worten, die nur so aus meinem Mund sprudelten. Was für ein Erlebnis und ich bin bis jetzt noch völlig überwältigt.

 

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