Nach einer knapp 24 stündigen, sehr kräftezehrenden Anreise über Berlin, London, Madrid bis schließlich Havanna sind die „Fischköppe“ in der Nacht des 17. Januars 2009 in der „Casa Rosa“ in Guanabo/Cuba endlich angekommen.

Der Flughafen in Havanna war ein einziger konfuser Haufen und hat uns nochmal 1½ Stunden Zeit und Nerven gekostet. Nach der ersten grossen Warteschlange an der Immigration, an der wir unser Touristenvisum abstempeln lassen mussten, ging es daran, unser Gepäck wieder zu finden. Vorher mussten wir zum 4. Mal auf unserer kleinen Reiseodysse durch eine Sicherheitskontrolle. Es folgten 4 Gepäckbänder, auf denen sich alle möglichen Reisetaschen, Rucksäcke, Kinderwagen, Pakete u.s.w. aus allen gelandeteten Maschinen drehten. Wir sind eigentlich recht ziellos von Gepäckband zu Gepäckband umher geirrt und entdeckten dann durch Zufall unsere Rucksäcke. Wie aus dem Nichts kam dann plötzlich auch noch meine Golftasche mit dem Kitezeug direkt an mir vorbei gefahren. Irgendwie scheint es trotz des Durcheinanders und der augenscheinlich chaotischen Situation doch ein System zu geben, welches uns aber verborgen blieb.
Unsere casa particulare liegt ca. 27 km östlich von Havanna an der playa del este und wird von Renaldo, Rosa und Tochter Iriana sehr liebevoll geführt. Wir nutzen ein kleines Appartment mit Bad, Wohn- und Schlafraum, großer Veranda inkl. Küche und einem Ausblick direkt aufs Meer nebst Geräuschkulisse zum Träumen. Das Meeresrauschen des aquamarinfarbenen Atlantiks, die wedelnden Palmen und die Sonne haben schon nach kurzer Zeit beruhigend auf uns gewirkt.
Da der Tourismus einer der Hauptwirtschaftszweige geworden ist, dürfen Kubaner seit einigen Jahren Unterkünfte privat an Touristen vermieten (sog. casa particulare). Hierfür zahlen sie hohe Grundsteuern an den Staat, können aber ihr Einkommen entsprechend aufbessern.
Was man hat, das hat man...
Am Sonntag bestimmte das Einkaufen unseren ersten Tag. Sehr schnell fühlten wir uns an die Zeiten des Sozialismus in der DDR erinnert. Einige Waren sind relativ schwierig zu erhalten und daher empfiehlt es sich, einfach zuzuschlagen wenn man das eine oder andere entdeckt. Unsere ersten Schritte führten uns zu einer kleinen Wechselstube, einer sog. cadeca, in der wir unsere pesos convertibles (CUC) in kubanische pesos (moneda nacional) tauschten. Aus Unwissenheit haben wir 20 CUC getauscht und bei einem Kurs von 1:24 standen wir nun mit einem Haufen Geldscheinen in der Hand da. Wir sind dann ohne ein Ziel vor Augen durch die Haupteinkaufsstrasse von Guanabo geirrt und mussten nun herausfinden, in welchem Geschäft es welche Produkte zu welcher Währung gab. Wir waren einige Stunden damit beschäftigt, Brot, Obst, Gemüse, Eier, Getränke, Gewürze und ein Hühnchen zu kaufen. Gemüse, Obst und Brot sind sehr günstig auf dem agropecuario (Gemüse- und Bauernmarkt) in der nationalen Währung, dem kubanischen Peso, zu haben; Wasser, Eier, Milchprodukte, Rum, Bier und die sonstigen Dinge des täglichen Lebens inkl. bescheidener Luxusgüter sind in etwa mit den Preisen in Deutschland vergleichbar und werden in pesos convertible verkauft.

Diese Doppelwirtschaft erinnert uns einmal mehr an die DDR mit seiner Mark und den Forumschecks. Rum (u. a. auch der bei uns so begehrte Havanna) ist hier, in der Heimat des Zuckerrohrs, natürlich äußerst billig und der eine oder andere cuba libre fand schon seinen Weg...
Kubaner hinngegen erhalten jeden Monat auf Lebensmittelkarten ein Kontingent an Reis, Zucker, Bohnen, ein wenig Kaffee, Salz, Speiseöl und Pasta. Zusätzlich werden täglich eine Rolle Toilettenpapier, Seife und Zahnpasta verteilt. Weitere Produkte werden in unregelmäßigen Abständen an Familien verteilt. Diese staatliche Unterstützung sichert vielen Kubanern das Überleben.
soweit erstmal,
vielen Dank fuer Eure lieben Worte im Gaestebuch und bis zum naechsten Eintrag!!!
reiseberichtvorschaubild:
Olla Ihr lieben,
schön, dass es Euch gut geht.
Hoffe Ihr bleibt soweit gesund..... Medizin gibt´s ja wie ich gelesen habe :)
werde mich auf dem Laufenden halten und den Rest der Familie natürlich auch ...
Liebe Grüsse von den Muscheltretern
Euer Carsten