Pünktlich 04:00 Uhr warteten wir draußen auf den schon bezahlten Shuttle, der uns zum Flughafen bringen sollte. Es kam und kam nicht und wir riefen nach einer halben Stunde die Zentrale an.

Nun ja, wir wurden vergessen und man sagte uns zu, sofort ein Taxi auf deren Kosten zu organisieren. So erreichten wir trotzdem noch pünktlich den Airport und machten uns auf zum check in und den weiteren, üblichen Kontrollen. Bei Burger King stärkten wir uns noch bevor es zum Boarding ging. 06.30 Uhr durften wir die Boeing 737 besteigen. Zuerst stachen die beiden schwulen Stewardes hervor, die zum schießen waren. Nach dem Start noch schnell einen Blick auf den Sonnenaufgang, doch dann verließen uns unsere Kräfte und wir schliefen sofort ein. Die Worte des Piloten aus dem Cockpit - knapp eine Stunde später auf dem halben Weg nach Tonga - rissen uns aus dem Schlaf. „Good morning, captain is speaking. Sorry but we have a problem...“ Er sprach von irgendwelchen technischen Problemen bezüglich der Air Condition und wir müssten leider wieder umdrehen und zurück nach Auckland fliegen. Wir hatten ein mulmiges Gefühl, vor allen Dingen weil kurz vorher ein Flugzeug in Brasilien über dem Ozean abgestürzt ist. Mit schwitzenden Händen vollzogen wir mitten über dem Ozean eine Wende und hofften nur noch, ohne weitere Zwischenfälle in Auckland zu landen. Sie mussten zusätzlich noch eine Klappe öffnen, was furchtbare Geräusche verursachte und nicht wirklich Trost spendete. Eine knappe Stunde später landeten wir jedoch wieder auf neuseeländischem Boden und bekamen zunächst Gutscheine, um uns zu versorgen. Man vertröstete uns auf eine Stunde, doch nach einstündiger Wartezeit wurden wir weiter hingehalten, da das Problem noch nicht behoben werden konnte. Nun wurden die Passagiere unruhig. Das Personal hatte Stress und wir wollten nicht in dessen Haut stecken. Sie mussten sich um alles Mögliche kümmern. Auch wir baten sie, Kontakt zum Otuhaka Beach Resort auf Tonga aufzunehmen, um über die Verspätung zu informieren. Es gab noch mehr Gutscheine und nach weiteren Stunden und einem vollgestopften Fastfoodbauch wurde der Flug schließlich gecancelled. Die Mechaniker schafften es nicht mehr das Problem zu beheben und jetzt war das Chaos perfekt. Wir waren mittlerweile völlig übermüdet und saßen wie zwei Eulen da und ergaben uns dem Schicksal. Eigentlich wollten wir uns schon längst am Strand in der Südsee aalen und Kokosnüsse pflücken. Die meisten Passagiere waren Tonganer, die ihre Familien nach langer Zeit besuchen wollten. Ältere Frauen hatten sogar Tränen in den Augen und begannen zu weinen. Oh man, was für ein Tag und die Odysee sollte noch nicht zu Ende sein...
Alle bekamen jedoch auf Kosten der Airline einen Übernachtungsgutschein inklusive Abendessen in einem nahe gelegenen Vier-Sterne-Hotel. Wir kamen ins Gespräch mit den sympathischen Tonganern Francis und Tom und unterhieten uns ganz nett über alles Mögliche. Auch sie wollten das erste Mal nach 23 Jahren wieder nach Tonga. Wir konnten gut nachempfinden, was in ihnen vorgegangen sein muss, zumal sie nur vier Tage dort bleiben konnten und ein Tag nun verloren war. Wir mussten sodann wieder nach Neuseeland einreisen, nachdem wir Stunden zuvor bereits ausgereist sind und keiner wusste so recht Bescheid, wie es weiter ging. Pacific Blue hat mitgeteilt, dass ein zusätzlicher Flug am nächsten Morgen 05:00 Uhr zwischen geschoben wird, denn eigentlich wird Tonga freitags nicht angeflogen. Nach den üblichen Formalitäten fragten wir uns, wo wir unsere Hotelgutscheine überhaupt herbekommen sollten. Das wurde im ganzen Durcheinander nicht bekannt gegeben. Wir fragten eine Airlinemitarbeiterin und sie half uns weiter. Auf dem Weg zum Pacific Blue Schalter, wo ein Servicestand weitere Auskünfte geben sollte, trafen wir noch ein deutsches Pärchen vom Backpackers Carmarket wieder und wir nutzten die Zeit für ein kurzes Pläuschchen. Auch sie sind ihren Wagen mit Verlust noch losgeworden, jedoch erst am vierten Tag.
Der Shuttle zum Jet Park Hotel verlief äußerst schleppend, denn es stand nur ein Minibus für den ganzen Flieger zur Verfügung. Wir waren glücklicherweise beim zweiten Durchlauf dabei und konnten schnell einchecken. Wenigstens ein tolles Zimmer mit Luxusbad, das wohl auf unserer Reise das mit Abstand nobelste bleiben wird.


Vor Erschöpfung fielen wir nur noch in die Betten und wachten erst kutz vor'm Abendbrot wieder auf. Wir ließen uns mit einer leckeren Tomatensuppe, Steak auf Rotweisauce, Gemüse und Kartoffelpüree verwöhnen und alles in allem endete der chaotische Tag, der auch noch unser 5. Jahrestag war, im Guten. Die weitere Zeit nutzten wir zur Erholung, denn schon 01:30 Uhr wurden wir geweckt, um eine halbe Stunde später wieder zum Flughafen gebracht zu werden.
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