Nachdem wir Isla de Pascua schweren Herzens verlassen mussten, steuerten wir unser nächstes Ziel an - die Hauptstadt Chiles – Santiago de Chile. Am Flughafen spielte sich alles recht schnell ab. Nach der Gepäckauflese kreuzten wir automatisch eine Art Reiseagenturschalter, obwohl es sich auf den ersten Blick eigentlich nur um einen Ort für kostenlose Hotelbuchungen handelte. Die nette Senorita war so aufgekratzt und wollte uns Santiago in diesem kurzen Augenblick um jeden Preis näher bringen. Wir fanden das recht amüsant und ließen sie einfach reden. Da wir wieder mal keine Unterkunft hatten, hat sie uns schließlich ein Zimmer in einem angesagten Hostel organisiert und uns den Taxistand gezeigt. Das offizielle Taxiticket (inoffizielle Taxifahrer sind wahre Abzocker erfuhren wir später!!!) in der Hand haben wir danach Nicos Kitegepäck am Flughafen zwischengelagert.
Es fühlte sich anfangs etwas befremdlich an. Wir saßen in einem Taxi mit beigen Lederbezügen und fuhren in einem Affenzahn durch Häuserschluchten vorbei an riesigen Werbetafeln. Neonbeleuchtung, Verkehrslärm, perfekt ausgebaute Straßen und die trockene, von Smog geschwängerte Luft, taten ihr übriges. Hatten wir doch gerade erst Kuba und die absolut entspannte Osterinsel verlassen...und nun hat uns die gesamte Bandbreite der westlichen Zivilisation wieder. Santiago de Chile wirkt europäischer als wir es von Südamerika erwartet hatten. Die schnell wechselnden Eindrücke und die Geschwindigkeit, mit der Entfernungen überbrückt werden, sind schon abgefahren und stellen uns jedes Mal vor neue Aufgaben. Sich von null auf hundert den neuen Gegebenheiten anzupassen ist aber ein Teil unserer Reise. Ein Grund für uns, relativ lange Aufenthalte im jeweiligen Land einzuplanen um nicht nur von Ort zu Ort in kürzester Zeit zu rauschen und dabei das Wesentliche zu übersehen.
Das Hostel hat uns sofort zugesagt. Es präsentierte sich uns sehr modern und weltoffen. Und wieder einmal gab es kostenlosen Internetzugang. Das Mädel von der Rezeption empfohl uns, ins Viertel Bellavista - dem Künstler- und Kulturviertel Santiagos - zum Abendessen zu gehen. Und ihren Rat befolgend konnten wir das erste Mal auf unserer Reise in ein ordentliches Steak beißen. Neben Vino blanco gab es auch noch Verdauerli in XXL-Größe. In Erwartung eines normalen 2 bis 4 cl Glases setzte die Bedienung uns ein volles Weinglas mit diesem Elixier vor.


Der Fernet Branca wollte und wollte nicht weniger werden und mit den letzten Schlucken kämpften wir doch ein wenig. Na dann Prost... Nach unserem Heimweg entlang des Parks Forestal und dem Rio Mapocho fielen wir, wie schon öfter, nur noch in unser Bett.
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