Nach dem Checkout aus dem Paradiso wollte Nico unbedingt das Zentrum von Neuseeland aufsuchen und so begann dieser Samstagmorgen mit Frühsport. Der Wanderweg auf den Berg hinauf wollte und wollte nicht enden und die Steigungen wurden immer heftiger. Etwas aus der Puste oben angekommen, erwartete uns ein netter Ausblick auf Nelson und natürlich eine Bodenplatte mit dem Hinweis, dass sich hier der geografische Mittelpunkt Neuseelands befindet.



Unser Tagesziel war jedoch ein anderes und so begaben wir uns auf den Weg nach Picton, dem Verkehrsknotenpunkt zwischen Nord- und Südinsel. Nach einem kurzen Preisvergleich hatten wir einmal mehr Glück und konnten noch die 14.00 Uhr „Bluebridge“-Fähre buchen. So fuhren wir mit Paikea auf's Schiff und konnten es kaum abwarten, den kolossalen Queen-Charlotte-Sound zu durchqueren. Wieder einmal zeigte sich Neuseeland von seiner Schokoladenseite und die Seefahrt begann recht ruhig bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel im Kontrast zum satten Grün der Berge. Nach knapp 1 ½ Stunden nahmen Wind und Wellen jedoch massiv zu und es war recht amüsant, einige Passagiere zu beobachten, wie sie ihre Haltung und ihre Gesichtsfarbe verloren. Immerhin blieben die Bilder an der Wand hängen und nach heftiger Krängung und einem ständigen Auf und Ab konnten auch wir wieder Land sehen. Über die Cook Strait und nach knapp 3 ½ Stunden erreichten wir in der Abenddämmerung die Hauptstadt Wellington. Die Skyline war ein überwältigender und ungewohnter Anblick für uns nach all den Wochen auf der Südinsel.


Wie so oft auf unserer Reise hatten wir keinen Plan und fuhren ersteinmal aus der Stadt raus und landeten schließlich im Rimutaki Forest. Einen ausgeschilderten Campingplatz erreichten wir dennoch nicht, da die Straße gerade von einem auf uns wirkenden reißenden Fluss überspült wurde. So hielten wir einfach am Wegesrand und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Am nächsten Morgen mussten wir beide ersteinmal lachen als wir das Flüsschen im Tageslicht sahen...Aber Vorsicht ist dennoch besser als Nachsicht. Da wir uns in einem Kiwigebiet gefanden, wollten wir uns auf deren Suche machen. Zwar wussten wir, dass die kleinen Strolche nachtaktiv und deshalb kaum aufzufinden sind, aber wir ließen uns nicht einschüchtern. Die Suche endete wie schon erwartet erfolglos und uns blieb nur die ausgestopfte Variante im Te Papa Nationalmuseum.



Die nächsten 3 Tage verbrachten wir wegen der Kälte und der vorzugswürdigen Nähe zur Stadt im zentral gelegenen „Rosemere's Backpackers“ und sogen ein wenig Großstadtfeeling auf.


Am Beeindruckendsten waren für uns die lebendige Cuba-Street, die moderne Architektur im Kontrast zu älteren Gebäuden und das geniale, interaktive Te Papa Museum, das sogar kostenlos ist. Eines der abgefahrensten Museen, das wir besucht haben. Es trifft jedermanns Geschmack, da der Einsatz von modernster Technik und alt hergebrachten Exponaten ein interessantes Spannungsspiel erzeugt, für das man sich getrost einen ganzen Tag Zeit nehmen könnte. Wir waren allerdings nach 2 ½ Stunden vollgestopft mit Informationen und setzten unsere Reise nach Napier fort...


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