Und schon befanden wir uns wieder über den Wolken in einem Airbus A340 von LAN und hatten diesmal Glück mit unseren Plätzen. Wir saßen direkt am Notausgang und hatten die bisher größte Beinfreiheit, was auf einem 12 stündigen Flug einfach Klasse ist.


Der Flug verlief sehr ruhig und wir haben vor Erschöpfung (vorherige 6-stündige Autofahrt nach Santiago de Chile) die meiste Zeit geschlafen. Wir durchflogen die Datumsgrenze und landeten prompt am 02. April 2009 um 05:00 Uhr in Auckland. Den 1. April gab es für uns nicht und wäre das nicht schon genug, stellten wir mit Erschrecken fest, das unsere Reise ja nur 364 Tage dauert. Wir hatten noch 3 Stunden bis zum Inlandsflug nach Christchurch, um uns irgendwie einen Plan zu machen, wo wir dort eigentlich hin wollten. Da wir noch keinen Lonely Planet hatten marschierten wir einfach in die Flughafenbuchhandlung und schauten dort nach Hostels bzw. Accomodations in besagtem Reiseführer. Es wurde das relativ neue Jailhouse empfohlen und in Christchurch gelandet ging es mit dem Taxi direkt in den Knast. Ja, Ihr hört richtig, wir haben fünf Tage in einem historischen Gefängnis gelebt und es hat uns prima gefallen in Zelle Nr. 37.




Schon auf der Fahrt vom Flughafen sah auf einmal wieder alles ganz anders aus. Und wir mussten damit klar kommen, nun am anderen Ende der Welt zu sein. Die Geschwindigkeit des Reisens hat uns einmal mehr eingeholt. Nach der langen Zeit in spanischsprachigen Gefilden war es ungewohnt, soviel auf einmal in Englisch zu hören. Eines ist uns schon an den sonst so nervigen Sicherheits- und Biosecuritykontrollen aufgefallen: Die Kiwis sind ausgesprochen entspannt und sehr freundlich. Später im Supermarkt, der auch noch den Namen New World trug, wurden wir mit „hello my dear“ an der Kasse empfangen. So etwas würde man in Deutschland eher nicht zu hören bekommen. Die Neue Welt hatte wirklich alles anzubieten, von bulgarischem Schafskäse bis hin zu deutschem Matjes. Wir konnten uns also allen Gelüsten, die wir in Chile verspürten, problemlos hingeben und das Abendmenü bestand aus Pellkartoffeln, Matjes und Schopskasalat.
In Neusseeland beginnt gerade der goldene Herbst. Bei einem Spaziergang durch den Hagley Park genossen wir es, durch das Laub zu rascheln und Kastanien und Eicheln zu sehen. Die warmen Sonnenstrahlen schienen auf uns herab und so langsam realisieren wir, dass wir im Land der Kiwis sind.


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