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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Juan und `chango`

Datum: 
25. Januar 2009

Nach meinem heutigen Kitetag saß ich kurz vor der Dämmerung noch einige Minuten am Strand und habe dem Wind und den Wellen gelauscht. Ein herrliches Gefühl, gleichzeitig an nichts und doch an alles zu denken. In Gedanken versunken, mit einer Zigarette und einem Bucanero Bier in der Hand, kam Juan an mir vorbei gelaufen. Er fragte mich nach einer Zigarette... Seine Gestalt und vor allem sein blaues Polo-Shirt und die weiße, kurze Hose kamen mir bekannt vor und dann fiel es mir wieder ein. Er hatte mich um die Mittagszeit beobachtet und dabei in einem Heft gelesen. Er ist mir beim Kiten unter den Menschen, die am Strand saßen, aufgefallen. So ergab sich eins zum anderen und wir kamen ins Gespräch. Er ist Kubaner und macht sich gerade mit der Religion seiner Herkunft, Nigeria, vertraut. Seine Eltern kamen aus Afrika nach Kuba und haben ihr religiöses Erbe mitgebracht. Die Religionen der einstigen Sklaven hat sich in der heutigen Zeit als fester Bestandteil des täglichen Lebens in Kuba verfestigt und wird u.a. „Santeria“ genannt. Leider konnte ich nicht alle Details unseres Gespräches verstehen, da es sich wieder mal aus einem Misch-Masch zwischen Spanisch und Englisch zusammen setzte. Es ergab sich eine eigenartige Vertrautheit und wir verstanden uns trotz der Sprachbarriere.

Juan war Fischer und ist 29 Jahre zur See gefahren auf den großen, gleichzeitig den Fang zu Dosen verarbeitenden, Schiffen. Seine Seereisen führten ihn von Kuba in Gegenden wie Spanien, Italien und Frankreich. Er hat zwei erwachsene Kinder, einen Sohn um die 25 und eine etwas ältere Tochter, die im eine Enkeltochter namens Sheila schenkte. Ich erzählte ihm, dass meine Freundin und ich gestern das erste mal in Havanna waren. Das war der Anstoss... Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob ihm die Pizzeria gehörte oder seinem Bruder. Er gab mir gleich mehere Tips für Havanna, u.a. die Pizzeria am Prado 264 zu besuchen und in der Disquotheka um die Ecke Salsa tanzen zu gehen. Na ja, da müsste ich erstmal mit Steffi einen Tanzkurs besuchen, wir sind beide nicht unbedingt bekannt für unsere Salsakünste. Ich begleitete ihn ein Stück auf seinem Weg und wir hatten eine sehr angenehme Unterhaltung. Ich erzählte ihm, dass ich am nächsten Tag wieder aufs Wasser gehen werde und wir vereinbarten einen Treff- und Zeitpunkt. Wir waren uns beide auf den ersten Blick sympathisch, obwohl uns eigentlich Welten trennten. Zu guter letzt hat Juan Steffi und mich auf seine relegiöse Art und Weise gesegnet und mir ein Symbol geschenkt. Es handelte sich dabei um eine Frucht, die einer Kastanie ähnelte, nur flacher. Er segnete unseren Weg, unsere Gesundheit und schenkte uns Liebe und vieles mehr. Es war an mir, das Geschenk anzunehmen, es zu küssen und lauthals „chango“ in den Himmel zu rufen. Und ich muss sagen, es war sehr befreiend...

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