Ich bin heute voll auf meine Kitekosten gekommen und traf auf die hiesige, kleine Kiteszene, die es besonders schwer hat, da es kein Material zu kaufen gibt. Es existiert kein einziger Surfshop, nichtmal in der Tourismushochburg Varadero. Die Kitesurfer sind somit darauf angewiesen, dass Touristen ihr Material verkaufen und ab und an auch diverse Sachen zum Reparieren mitbringen. Durch ein kurzes Gespräch mit Charlie, einem der hiesigen Kitelehrer, bekam ich recht schnell einen Eindruck von der Situation. Ich wurde pausenlos angequatscht, ob ich mein Material verkaufen wolle. Wenn ich nicht in nächster Zeit darauf angewiesen wäre, hätte ich alles hier gelassen und das Ganze zu einem besseren Preis verkauft als auf dem für gebrauchtes Material berüchtigten Markt in Deutschland.
Im Prinzip kann man an der gesamten Küstenlinie von Varadero Wassersport betreiben. Allerdings sollte man auf Touristen, blaue Quallen (portugiesische Kriegsschiffe), Baracudas und Unterwasserströmungen Acht geben. Diese giftige Quallenart tritt in den Monaten Januar bis März vermehrt an der gesamten Küste auf und man sollte besser nicht mit ihr in Kontakt kommen. Aufgepumpt wie ein Zeppelin mit einem kleinen Segel auf dem Rücken lässt sie sich vom Wind treiben. Unter der Wasseroberfläche schleppt sie über ein Meter lange Tentakeln hinter sich her und ruft einen starken Juckreiz und Übelkeit hervor. Wahnsinn, was die Natur so zustande gebracht hat.


Der Spot meiner Wahl liegt am äußersten Zipfel der Halbinsel kurz vor dem Luxushotel Barcelo Premium Marina Palace und ist am besten mit Auto oder Moped zu erreichen. Es gibt allerdings auch eine Busverbindung, die man nutzen kann. Der Strand ist blendend weiß mit feinstem Pudersand, sehr breit und bietet neben ungehinderten Start-und Landemöglichkeiten auch diverse Helfer.
Die Bedingungen waren konstant aus Nordost, aber auch sehr kabbelig. Es war ungefähr mit dem Kitebeach in Cabarete zu vergleichen. Ein paar Meter weiter rechts liefen die Wellen länger und sauberer aus. Der Stehbereich war um ca. 20 m erweitert und bot einen perfekten, kleinen Spielplatz an. Alles in allem waren es zwei schöne Tage und morgen geht es wieder an meinen „homespot“ nach Guanabo.
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