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„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Kitesurfen in Mui Ne und deutsche Küche

Datum: 
21. Oktober 2009

Der Wind frischte gegen 13:00 Uhr aus Südwest auf und nach meiner Reparatur-Odysee sollte es heute endlich aufs Wasser gehen. Mit meiner Sunshine Mitgliedschaft hatte ich sogar einen eigenen Beachboy und dieser baute mein Material auf, was mir etwas befremdlich vorkam. Steffi konnte es sich in ihrer Strandliege gemütlich machen und musste mir keine Start-und Landehilfe geben. 12er Drachen hochgeschmissen und los ging es.

 

 

Der Beachbreak war schnell überwunden allerdings erwarteten mich draußen Kabbelwasserbedingungen vom feinsten. Es ging auf und ab, kreuz und quer und ich hatte eher das Gefühl, durch einen frisch gepflügten Acker zu fahren, als an einem der angeblich besten Spots Asiens zu kiten. Es dauerte recht lange, bis ich mit den Bedingungen warm wurde. Zudem erschwerte die recht starke Strömung nach rechts in Strandnähe das Board einsammeln. Allerdings war es hier am besten, da es zwischen den Wellen etwas gemäßigter zuging und Raum für unhooked Tricks zuließ. Weiter draußen war es für mich schwierig, den richtigen Absprung zu finden und die Kante im Wasser zu halten. In dem Wellenchaos hüpfte und schaukelte ich nur so durch das 26 Grad warme Wasser.

 

 

Das positivste an diesem Tag war, endlich wieder auf dem Wasser zu sein, die salzige Seeluft zu riechen und nur mit Lycra-Shirt und Shorts durch das Wasser zu pflügen. Der Wind ließ gegen 17:00 Uhr nach und die einsetzende Dämmerung tauchte zum Abschied den Abendhimmel in ein unglaubliches Farbenspiel.

 

 

Am Abend hatten wir beide einen leichten Sonnenbrand, denn die Sonneneinstrahlung war sehr heftig. Trotz 30er Sonnencreme und teilweiser Bewölkung sahen wir aus wie zwei halb gar gekochte Krebse. Aftersun Lotion und Aloevera sei Dank wurden die Symptome jedoch schnell gelindert und wir begaben uns auf Nahrungssuche. Heute sollte es zur Abwechslung mal kein vietnamesisches Essen geben, denn uns stand der Sinn nach deutscher Hausmannskost. Wir liefen die lange Straße in Richtung Phan Thiet und fanden recht schnell ein deutsches Restaurant. Es hört sich für den einen oder anderen vielleicht komisch an und man könnte sagen, in einem anderen Land probiere ich doch lieber einheimische Spezialitäten. Doch nach über 9 Monaten auf Reisen gelüstet es uns ab und zu nach gewohnten Geschmackserlebnissen. Wir bestellten uns Nürnberger Rostbratwürste mit Sauerkraut und Schweinshaxe mit Kartoffelsalat. Was für eine Geschmacksexplosion. In kürzester Zeit hatten wir unsere Teller leer geputzt und saßen satt und zufrieden bei einer bekannten Verdauerlie-Marke in unseren Stühlen. Wir lernten noch den deutschen Restaurant-Manager kennen und nachdem er unsere Geschichte gehört hatte, gab er uns einen Rabatt auf das Frühstück in dem angrenzenden Vier Sterne Resort. Er brauchte nur zwei magische Worte zu sagen, Schwarzbrot und Frischkäsebällchen, und wir waren Feuer und Flamme. Es wäre das erste Mal auf unserer Reise, dass wir frisch gebackenes Schwarzbrot essen würden und nachdem er uns seine Visitenkarte gegeben hatte, machten wir uns auf den Rückweg. Man hätte uns die Straße entlang rollen können, so vollgestopft waren wir.

 

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