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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Kulleraugen

Datum: 
3. November 2009

Während unseres Rundgangs durch Choeung Ek wurde die Stille immer wieder durch das Gebettel der Kinder hinter dem Zaun unterbrochen. „Hello Sir, give me one dollar...only one dollar.“ Wenn man in die großen, unschuldigen Kinderaugen schaut und die Armut gesehen hat, kann man schon schwach werden. Wir würden gerne jedem was geben aber nicht umsonst werden Kinder vorgeschickt. In der Hinsicht müssen wir, auch wenn es uns echt schwer fällt, hart bleiben. Wir unterstützen nicht das Betteln, denn dadurch „verdienen“ sie für ihre Eltern häufig mehr, als diese durch ehrliche Arbeit. Ein Bauer bekommt zum Beispiel ca. 10.000 Riel (2,5 US$) pro Tag. Nachdem wir die Gedenkstätte verlassen hatten und einem einbeinigen bettelnden Landminenopfer am Ausgang ein paar Riel in den Hut geworfen hatten, kamen noch mehr Kinder angelaufen. Am Anfang standen nur zwei Jungen bei mir und verfielen in den eingeübten Singsang: „Please give me one dollar. I need this for school. I will share with my friends.“ Bald war ich von einer Kindertraube umgeben und sie blickten mich mit ihren Kulleraugen an. „Please give me one dollar...“ Was soll man denn da machen? Auf unserer bisherigen Reise hatten wir solch ein hartnäckigiges Betteln noch nicht erlebt. Nein, heißt nein aber nach einer Weile hatte mich ihr Singsang fest im Griff und meine Standhaftigkeit geriet ins Wanken, zumal es nach dem erschütternden Erlebnis in der Gedenkstätte eh schon gelitten hatte. Also ging ich zum nächsten Stand und kaufte eine Cola. Zurück überreichte ich ihm die Flasche und forderte ihn auf, nun mit allen zu teilen. Die kleinen Kindergesichter fingen an zu strahlen, denn wie bei allen Kindern steht auch hier das braune Zuckerwasser hoch im Kurs. Es war eine unbeschreibliche Erfahrung, zum einen das Leid vergangener Tage und das der Gegenwart zu sehen.

 

 

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