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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Mein Baby war beim Friseur

Datum: 
20. April 2009

Unserem gestrigen Nachtquartier im Backpackers Slope Point können wir 100 Punkte geben. Günstig, alles auf dem neuesten Stand und sehr nette, vertrauenswürdige Besitzer. Sie erholten sich gerade auf Stewart Island und überließen somit den Backpackern und den nach dem Rechten schauenden Freunden das Feld. Wir wollten heute Austern in Bluff schlürfen aber soweit sollte es nicht kommen. Auf dem Weg dorthin schleuderte ein uns entgegen kommender, viel zu schnell fahrender LKW ein Dutzend Steine auf unsere Windschutzscheibe. Eine Salve Straßensplit ging auf Scheibe und Karosserie nieder und ließ unsere Gesichter vor Schreck erstarren. Nach dem ersten Schock folgte der zweite...zwei ca. 5 Cent große, spinnennetzartig gerissene Einschläge und diverse kleinere zeichneten sich ab. „Scheiße, das kann man bestimmt nicht mehr reparieren, wir brauchen garantiert eine neue Windschutzscheibe“ Unsere Gedanken kreisten zwischen der Verabschiedung vom geplanten Reisebudget und der Wut auf den LKW hin und her. Das Austernessen wurde uns im wahrsten Sinne verhagelt und es blieb nichts anderes übrig, als nach Invercargill zum Glasdoktor zu fahren. Mit Hoffen und Bangen, die Scheibe reißt nicht weiter, rollten wir bei „Smith&Smith“ auf den Hof. „Alles kein Problem, können wir reparieren und in einer Stunde könnt ihr euren Wagen wieder abholen“. Super, auf diese Antwort haben wir gewartet und frohen Mutes machten wir einen Stadtbummel mit einem spontanen Besuch beim Friseur. Jane brachte in meine mittlerweile völlig verwachsene Frisur wieder einen Schnitt und Steffi bestückte sich mit Pflegeprodukten deluxe.

 

 

Die Steinschläge waren kaum noch zu sehen und die Kosten hielten sich auch in Grenzen. Die Suche nach einem Nachtlager führte uns in die Bucht Monkey Island. Die erste Assoziation verbanden wir mit dem gleichnamigen Computerspiel Anfang der 90er Jahre. Allerdings wurde sie und die kleine Insel nach einer Seilwinde benannt, mit der Boote entladen wurden.

 

 

Nach dem Abendbrot versuchten wir krampfhaft, ein Lagerfeuer zu entfachen aber selbst Brennspiritus brachte nichts. Es war einfach zu feucht und so verkrochen wir uns in die Schlafsäcke. Irgendwann wachten wir beide wegen der unglaublichen Kälte im Bus auf. Der Blick aufs Thermometer bestätigte den Verdacht, -5° Celsius. Mehr schlecht als recht und dank unserer warmen Schlafsäcke überdauerten wir die Nacht und mit kalter Nasenspitze und gefrorenen Scheiben schworen wir uns, die nächsten Tage in einem warmen Hostel zu verbringen.

 

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