Heute hieß es zum wiederholten Male auf unserer Reise, Abschied zu nehmen, insbesondere auch von Felix und Marie, mit denen wir die letzten Tage in Mui Ne verbracht haben. Ein letztes gemeinsames Abendessen in einem vietnamesischen Strandlokal mit Klopapier als Servietten und bunten Wasserbomben als Deko, war es dennoch ein netter Abend. Um 01:30 Uhr morgens sollte uns eigentlich der Schlafbus vom Resort abholen, doch zum ersten Mal wurden wir versetzt. Die sonst so hoch gepriesene vietnamesische Pünktlichkeit ließ uns zum ersten Mal im Stich und wir zweifelten schon an unserer geplanten Abreise. Eine geschlagene Stunde später traf der Bus ein und wir konnten endlich alle Viere von uns strecken und uns durch die Nacht schütteln lassen. Er war mit drei Reihen schmaler Doppelstockbetten ausgestattet und wirklich erholsam war es nicht, aber ein Erlebnis allemal. Unsere Vermutung für die Verspätung lag darin, dass der Bus aus Hanoi gekommen ist und schon den ganzen Tag unterwegs war. Es gibt ja immer wieder Horrorgeschichten von verunglückten Busen, vor allen Dingen bei Nachtfahrten und übermüdeten Fahrern. Wir legten die Verantwortung in die hoffentlich wachen Augen des Busfahrers und versuchten ein wenig Schlaf zu finden.




Am frühen Morgen trafen wir gegen 08:00 Uhr in Saigon/Ho Chi Minh City ein und machten uns als erstes mit dem Taxi zum alten Postamt auf, um Nicos Kitegepäck auf dem Seeweg nach Deutschland zu schicken. Das klappte recht reibungslos und nebenbei war die Post ein wunderschönes Gebäude aus der Kolonialzeit. So war ein wenig sightseeing inklusive. Das Paket wird zwischen 1-3 Monaten unterwegs sein und ab jetzt heißt es Daumen drücken, dass es auch in Deutschland ankommt und nicht plötzlich unterwegs „verloren geht“.

In einem kleinen Reisebüro in der Backpacker Gegend buchten wir als nächstes unseren Trip nach Kambodscha und bezahlten für Busfahrt, Hotelübernachtung (inkl. Frühstück) in Chau Doc, Fährfahrt und weitere Busfahrt nach Phnom Penh (Hauptstadt Kambodschas) jeder 27 US$. Hoffentlich klappt alles...war unser Gedanke als wir nach einem stärkenden Frühstück und einem kleinen Bummel in einem Zubringertaxi zum Busbahnhof saßen und mit Schrecken feststellten, dass uns der Mitarbeiter des Reisebüros unsere Gutscheine nicht zurückgegeben hatte. Wir hatten nur noch den Hotelgutschein in den Händen aber in einem Telefonat wurde Nico zugesichert, dass es kein Problem wäre und wir überall angemeldet worden seien.

In einer 7-stündigen Busfahrt mit Einheimischen ließen wir uns durch so manche Mekong Delte Provinz schaukeln und waren froh, am Abend endlich in Chau Doc im Hotel angekommen zu sein. Die Rezeptionistin versuchte uns, in ihrem gebrochenen Englisch beizubringen, dass das nicht das richtige Hotel wäre und wir zwei Straßen weiter gehen sollten. Da wir aber seit mind. 36 Stunden nicht wirklich geschlafen hatten, mal abgesehen von gelegentlichen Nickerchen im Bus, und von ihrem Englisch nur Bahnhof verstanden, beharrten wir darauf, dass sie die Reiseagentur anrufen solle. Wir waren zu müde und genervt, um weiterzuziehen. Nach ihrem Anruf und einigem hin und her konnten wir bleiben und bezogen ein recht spärlich ausgestattetes Zimmer. Das war uns aber mittlerweile völlig egal, Hauptsache ein richtiges Bett. Die Nachtruhe hatten wir uns mehr als verdient.
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