Auf unserem Weg weiter Richtung Süden legten wir gestern in Jack's Bay bei Owaka an. Per Zufall landeten wir in dieser wunderschönen, kleinen Bucht. Bei einem Bier und Wein genossen wir die stille Zweisamkeit und ließen den Tag Revue passieren. Wir waren beide so fasziniert von dieser natürlichen und rauhen Küstenlandschaft, dazu noch die Tierbeobachtungen in freier Wildbahn, so dass ich noch zu nächtlicher Stunde Paikea von innen mit Pinguinen bemalt habe.

Der Morgen startete mit einem Frühstück in grandioser Kulisse. Die gestrigen Sternschnuppenwünsche sind auch in Erfüllung gegangen und der Tag belohnte uns mit Sonnenschein und blauem Himmel. Einige Momente bleiben in tiefer Erinnerung und dieser war einer von ihnen. Die Verzierung Paikeas und das Ziel der totalen Innenbemalung schritten voran und nachdem uns zwei Travellerinnen vom Strand der Paua Muscheln erzählt hatten, gab es für uns kein Halten mehr. Unsere Tankanzeige war zwar schon in der Reserve aber bis zum Nugget Point und zurück wird’s schon reichen. Es gibt ja eine Tanke in Owaka...Gesagt, getan sammelten wir bei fantastischem Wetter und Ebbe die Paua Muscheln von der felsigen Küste und bekamen uns gar nicht mehr ein im Muschelrausch. Handtellergroße, auf der Innenseite komplett mit Perlmutt überzogene, schon an Kitsch grenzende Prachtexemplare zogen wir unter den Steinen hervor. Von einem „Oh, guck mal, wie groß die ist...“ bis „hier gibt’s noch schönere...“ stachelten wir uns gegenseitig zum Paua Muschel Wettsuchen an. Komplett dem Muschelrausch verfallen suchten wir geschlagene 2½ Stunden und krönten uns zum Abschhluss selber als Paua Muschel Könige.


Zurück in Owaka fuhren wir, mit der Angst im Nacken unser Benzin würde nicht reichen, zur einzigen Tankstelle. Unglücklicherweise hatte sie schon geschlossen und zwei Franzosen standen ebenfalls etwas hilflos mit ihrem Van herum. Die angegebene after hour Telefonnummer brachte uns auch nicht weiter, da der Besitzer definitiv nicht mehr kommen würde. So ergaben wir uns dem Schicksal und suchten uns nach einem kleinen Einkauf im Dorfkonsum einen Schlafplatz außerhalb der Stadt, um morgen die Ersten an der Tanke zu sein. Unser Abendbrot sollte laut Steffi aus Milchreis mit Früchten bestehen. Wir kochten, wie wir es von Stephan in Chile gelernt hatten, herkömmlichen Reis mit Milch auf. Dummerweise griffen wir auf die überlassenen Reste vom Vorbesitzer des Vans zurück.... Wir versuchten nun Vollkornreis zu Milchreis umzufunktionieren. Hat nicht wirklich geklappt und neben sehr guter Bissfestigkeit war er zu allem Übel auch noch angebrannt. Vorsorglich hatte ich, sozusagen für schlechte Zeiten, zwei Büchsen gebackene Bohnen gekauft, die dann auch noch herhalten mussten. Aus der Pfanne Bohnen löffelnd kamen wir uns vor wie in einem Bud Spencer&Terence Hill Film, fehlte nur noch die Lagerfeuerromantik mit entsprechender musikalischer Untermalung. Aber nach der Menge Bohnen waren wir uns sicher, dass die Musik nicht lange auf sich warten lassen würde. Na dann, gute Nacht...
reiseberichtvorschaubild: