Der heutige Tag sollte uns eine Überdosis an Schwefelwolken und Maori-Kultur geben. Zuerst besuchten wir den Stadtpark von Rotorua, den Knirau Park. Aus jeder Ritze brodelte, dampfte, zischte und spritzte es und riesige Nebelschwaden zogen durch den Park. Die natürlichen Thermalpools wurden seinerzeit von den Maoris als Heilbäder genutzt, um in dem mineral-und schwefelhaltigen Wasser ihre Wunden nach einem Kampf zu reinigen. Es lag eine eigenartige Atmosphäre über diesem Ort und auf Holzstegen bewegten wir uns durch die Waschküche.



Auf die Idee, hier zu grillen, kommt bestimmt keiner, was auch kein Wunder ist bei diesem Gestank. Aus Schlammtümpeln blubberte und schwappte es und der Geruch nach faulen Eiern lag in der Luft. Als wenn wir davon noch nicht genug hätten, besuchten wir im Anschluss „Te Puia“. Eine riesige Anlage mit Geysiren, Thermalquellen und jeder Menge Maorikultur. Wir buchten gleich das rundum sorglos Paket, bestehend aus Führung und kultureller Maori Vorstellung. Jetzt kamen wir uns wie die totalen Touris vor, aber was soll's, wenn wir schon mal hier sind... In dieser Anlage wird das traditionelle Erbe der Maori gepflegt und es ist gleichzeitig ein Informationszentrum und Begegnungsstätte. Neben einem aufgebauten Maori Dorf informiert es über die Geschichte, die Kunst, den Gesang, die Waffen und das Alltagsleben. In zwei Werkstätten sahen wir den Maoris bei traditionellen Holzschnitz- und Webarbeiten zu und waren fasziniert von der Symbolik und den Mustern. Es wirkte auf uns ein wenig wie im Zoo aber die Leute beachteten uns nicht weiter und werden am Tag wahrscheinlich von tausenden Touristen angesehen.





In mehreren Ausstellungen wurden wir mit geschichtlichem Hintergrund überhäuft und nach dem Besuch des Parks mit dem höchsten Geysier „Te Potuhatu“ hieß es für uns Treffpunkt: 15:00 Uhr Maori Versammlungsplatz. Hier warteten auch schon jede Menge anderer Touris und normalerweise ist das eigentlich nicht unser Ding aber nun hieß es „Augen -AUF- und durch“. Nach der traditionellen Begrüßungszeremonie gingen wir mit der Meute in die Versammlungshalle. Nach einigen musikalischen Darbietungen war der ganze Spuk auch schon vorbei. Wir bekamen einen flüchtigen Eindruck aber es wirkte ein wenig wie vom Band abgespult oder waren unsere Erwartungen zu hoch? Wahrscheinlich traf beides zu und wir hätten die Abendvorstellung zum doppelten Preis besuchen sollen...


Nach dieser Informationsflut sehnten wir uns nach einer warmen, ruhigen Unterkunft und als wenn wir erhört wurden stießen wir per Zufall auf das „Regent Flashpackers“ in Rotorua. Eine mollige Wärme (geothermale Fußbodenheizung) stieg uns entgegen und zwei private Thermalpools machten unser Glück perfekt. Der Besitzer war ein vernünftiger, älterer Herr und das ganze Hostel war mit Geschmack und Liebe zum Detail eingerichtet. Jetzt hieß es für uns nur noch Füße hochlegen, Fernseher anschalten und hoffen, dass der Typ nicht so abgedreht ist wie der Letzte.
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