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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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On the road again

Datum: 
15. Februar 2009

Da wir den Revolutionsgeist der zweitgrößten Stadt Kubas nicht so recht spüren konnten und das Großstadtleben zudem irgendwie satt hatten, brachen wir am Montagnachmittag unsere Zelte bei Martha und Fernando ab, um nach Havanna zu fahren.

 

 

 

 

 

 

 

Vorher mussten wir jedoch unbedingt unser Touristenvisum verlängern, da es am Sonntag abgelaufen ist. Man bekommt für Kuba als Tourist eine Aufenthaltsdauer von 30 Tagen und kann sie mit einer einmaligen Verlängerung verdoppeln. Also, ab zur Bank, in der wir die Marken zur Visumverlängerung für je 25 CUC erwerben mussten. Dann schließlich mit einem Taxi ins Ministerio del Interior zur Immigracion, in der es mal wieder absolut kubanisch zuging. Das El Ultimo Prinzip funktionierte auch nicht wirklich, also drängelten wir uns einfach vor. Ein Deutscher hat uns beobachtet und war ganz erstaunt, dass man freiwillig seinen Aufenthalt in diesem Land verlängern will. Er sei mit einer Kubanerin verheiratet, habe Haus und Kinder und sei manchmal dem Wahnisnn nahe, da er der regelmäßigen Willkür der kubanischen Behörden ausgesetzt ist...Netterweise hat er uns beim Übersetzen geholfen, als wir an der Reihe waren. Die Senorita hinter'm Schreibtisch wollte unbedingt unseren E-Ticket-Beleg sehen, um nachzuvollziehen, dass wir Kuba auch tatsächlich am 01.03.2009 verlassen werden. An den hatten wir nun nicht gedacht. Sie wurde stur, aber wir auch. Wir diskutierten hin und her und blieben einfach sitzen. Dann soll sie uns eben raustragen, aber wir bleiben so lange hier, bis wir unsere Visumverlängerung haben. Vielleicht war sie von uns, pausenlos in Deutsch und Englisch quatschend, genervt und drückte zu guter letzt doch ihren Stempel auf unser Touristenvisum.

Martha wollte uns ein Taxi bestellen, doch irgendwie scheint Cubataxi um die Mittagszeit Siesta zu halten. Also musste Nico los, um selbst eines zu organisieren, was dann aber schneller als gedacht klappte. Ich kühle derweil mein linkes Fußgelenk, das ich mir am Vortag bei einem leichten Sturz gestaucht habe. Nebenbei versorge ich auch noch die Wunde am rechten Knie und wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, bin ich mehr als bedient, dass mir das schon zu Beginn der Reise passiert ist. Aber was soll's. Da muss ich eben durch.
 
In einem schönen 1954-er Chevi düsten wir Richtung Viazulbusbahnhof ab und es folgte eine 16-stündige Busfahrt in die Hauptstadt mit anschließender Taxifahrt nach Guanabo. Man muss sich diese Fahrt vorstellen wie in einem Schaukelstuhl mit Federung und dazu noch in voller Fahrt. Es ging über Stock und Stein und wir versuchten krampfhaft, Schlaf zu finden. Clevererweise haben wir uns beim Einstieg die letzten beiden hinteren Sitzreihen geschnappt und uns auf beide Doppelsitze gelegt. Mehr schlecht als recht fanden wir Schlaf und wurden in einigen Abständen durch unverhoffte Hüpfer und Zwischenstopps geweckt.
 
Total gerädert sind wir nach der kompletten Ost - West Durchquerung Kubas wieder am Ausgangspunkt unserer Reise angekommen. Völlig im Eimer fanden wir noch ein Taxi zu einem akzeptablen Preis und ließen uns nach Guanabo fahren. Die Vermittlung einer Casa verlief diesmal nicht nach Plan. Unsere zukünftige Casa Besitzerin war nicht zu Hause und so standen wir erstmal völlig übermüdet vor ihrer Haustür rum. Nach einiger Zeit erschien sie dann und führte uns, mit der Begründung ihr Haus wäre belegt, zu einer anderen Casa. Nach kurzer Begrüßung fielen wir nur noch ins Bett und haben den ganzen Tag geschlafen. Nico hat sich zu allem Übel auch noch eine Magen-Darm Infektion eingefangen und liegt nun mit leichtem Fieber flach.
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