Nach unserem Frühstück, was seit langem mal wieder inklusive war aber auch nur aus einem Kaffee+Baguette mit Marmelade bestand, machten wir uns auf die Suche nach einer günstigeren Bleibe. Wir setzten einen Schritt auf die Straße und genau neben unserem Hotel befand sich das nächste Guesthouse. Warum hatten wir es gestern abend eigentlich nicht gesehen und warum hat uns der Taxifahrer ins wesentlich teurere Hotel gebracht? Ich möchte ihm ja nichts unterstellen aber vielleicht gab es ja eine kleine Provision...Wir schleppten unsere Rucksäcke also nur eine Tür weiter und bezogen ein günstiges, etwas abgewohntes und muffiges Zimmer.
Unser Plan für heute bestand darin, ein neues Netbook zu kaufen. Wir konnten zwar die Daten des alten Laptops mit einem USB-Linux-Livesystem retten aber die Kiste war nach dem Sturz in Koh Tao hinüber. Wir fühlten uns ohne richtig nackt und es ist umständlich, wenn nicht sogar fast unmöglich, ohne eigenen Laptop unsere Internetseite in diesem Umpfang zu pflegen. Nachdem der Besuch des ersten Elektronikgeschäfts ohne Ergebnis verlief, gab uns der nette Verkäufer die Adresse eines weiter außerhalb gelegenen Geschäftes mit auf den Weg. Jetzt begann eine Odyssee sondergleichen...Wir zeigten einem Tuk Tuk Fahrer den laotisch geschriebenen Zettel, er nickte, wir verhandelten um den Preis und los ging es. Er fuhr uns zu einem riesigen Einkaufszentrum und irgendwie beschlich uns das Gefühl, hier falsch zu sein. Im Inneren wurden wir Zeugen der Qualifikationsspiele für die in Kürze stattfindenen Sea-Games.


Nachdem wir durch Zufall beim Waterfestival in Phnom Penh gelandet sind rutschten wir schon wieder in ein anderes Großereignis. Ein Computergeschäft war hier weit und breit nicht in Sicht. Also zurück zum Tuk Tuk und siehe da, zurück auf der Hauptstraße fanden wir tatsächlich die eigentliche Adresse. Jiro Computer hatte eine relativ große Auswahl an Netbooks und unsere Wahl fiel auf ein AcerAspireOne 250. Und wie überall in Asien verhandelten wir auch hier um den Preis und bekamen einen Nachlass. Das sollte man mal in Deutschland versuchen, wahrscheinlich erntet man ein mitleidiges Lächeln, wenn überhaupt. Die Bezahlung der 3,6 Millionen Kip per Visa Card stellte sich als ein Problem dar, weil der Kartenleser nicht richtig funktionierte. Nach mehrmaligen Durchziehen entschlossen wir uns, zur nächsten Bank zu gehen und alles in Bar zu zahlen. Wir fragten nach dem Weg und der Verkäufer zeigte in die Richtung und meinte es seien nur 100 Meter. Wir liefen los aber eine Bank war weit und breit nicht in Sicht. Nach Kambodscha, dem ein Dollar Land sind wir nun wohl im 100m Land angekommen. Nach ca. 2km erreichten wir endlich eine Bank aber die Angestellten verstanden genauso viel Englisch, wie wir laotisch. Sie zeigten nur stumm auf ihren Bankautomaten, welcher nur 700.000 Kip (ca. 55€) auf einmal ausspuckte (natürlich plus die Auslandsgebühren von 5,99€ pro Abhebung). Es machte alles keinen Sinn und wir liefen ein wenig frustriert die 2km zum Geschäft zurück, fuhren zurück in die Stadt und nach einem kurzen Besuch einer Wechselstube waren wir 6-fache Kipmillionäre. Zu unserem heutigen Pech kam auch noch hinzu, dass wir beim nachzählen des riesigen Geldbündels feststellten, dass 400.000 Kip fehlten. Also zurück zur Wechselstube und lass es Absicht oder Versehen gewesen sein, der Kassierer konnte sich auf einmal noch daran erinnern und gab uns tatsächlich das fehlende Geld.

Zurück bei Jiro Computer legten wir bündelweise die Scheine auf den Tisch. Endlich...nach acht Stunden hielten wir ein neues Netbook in den Händen, allerdings mit amerikanischer und laotischer Tastatur.
reiseberichtvorschaubild: