In San Pedro de Atacama existiert eine andere Zeitrechnung. Das Leben hier kommt einem sehr leicht vor und man könnte ohne weiteres länger bleiben. Es hat einen sehr eigenen Reiz und macht einen alternativen, nicht sehr kommerziellen Eindruck - obwohl jeden Tag neue Touristen ankommen. Uns fehlte aber trotz des einmaligen Bergpanoramas und der Salzwüste das Meer. Wir räumten unser Hostel um 12:00 Uhr und machten uns auf die Suche nach einem Sandboard für unser letztes Wüstenabenteuer. Ich wollte schon immer mal Sandboarden und hier bot sich die Möglichkeit. Einmal die Straße rauf und runter und da war es. Nach einer kurzen Instruktion bezüglich des Spots und der Technik fuhren wir frohen Mutes mit ausreichend Wasser und Sonnencreme bestückt ins Tal des Todes. Eine absolut einmalige Kulisse, es sah aus wie eine große, nicht fertig gestellte Baustelle auf dem Mond. Überall ragten Felsspitzen und bizarre Formationen in den stahlblauen Himmel. Keine Geräusche, außer unseren eigenen, war zu hören und die Atmosphäre einmalig.


Das Auto mussten wir ca. 1 km vorher abstellen und so stapften wir in brütender Hitze Richtung Düne. Nachdem der Trampelpfad uns um die letzte Biegung führte, eröffnete sich eine einmalige Kulisse. Eine riesige Sanddüne, gleich einem großen Spielplatz auf der schon drei Franzosen ihr Unwesen trieben.


Der Aufstieg war echt anstrengend und auf der Hälfte ging mir ganz schön die Pumpe. Wir mussten natürlich genau in der Mittagshitze in die Wüste, dazu noch ins Tal des Todes, zum Sandboarden fahren. Endlich oben angekommen habe ich das Board für den Anfang recht zaghaft mit Kerzenwachs eingeschmiert und stürzte mich, die ganze Zeit überlegend was mir der Typ vom Verleih eigentlich nochmal alles erzählt hatte, die Düne runter. Es war vergleichbar mit Tiefschneefahren aber nach ungefähr 15m war der Wachs ab und ich blieb im weichen Sand stecken. Also die ganze Prozedur von vorne...Board abschnallen, Berg hoch stapfen, verschnaufen und Luft holen, Panorama genießen, Board erneut einwachsen und jauchzend in die Tiefe stürzen. Beim zweiten Versuch schmierte ich das komplette Board ein und es ging ab wie Schmidts Katze.


Mit Strohhut, kurzer Hose und T-Shirt sauste ich mit ein paar links und rechts Turns den Berg hinunter und musste dabei aufpassen, dass mir der Hut nicht weg flog. Nervig war nur das ewige wieder hoch Gelaufe und die Schweißperlen, die einem in der Wüste bei gefühlten 45° Celscius nicht nur übers Gesicht laufen.



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