Unsere Zimmernachbarn veranstalteten gestern einen Höllenlärm, der bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Ich weiß nicht, ob sie sich gestritten haben oder ob das normal war. Ich weiß nur, dass ich gegen 05:00 Uhr wach im Bett lag und die nur mit Fliegengitter verschlossenen Lüftungen zum Flur verflucht habe. Gerädert und von der zu harten Matratze geschlaucht mühte ich mich hoch und ging auf den Balkon. Erstaunlich wie früh die Kambodschaner auf den Beinen sind, obwohl sie von früh bis spät rackern. Ein 14 Stunden Tag ist keine Seltenheit und ich beobachtete den Eismann, der mit seiner Säge die riesigen Eisblöcke auf seinem Pick-up zerteilte. Das Café im Untergeschoss öffnete gegen 06:00 Uhr und als erster Gast des Tages schrieb ich bei einem Milchkaffee die Erlebnise der letzten Tage nieder.



Heute ging es 08:00 Uhr nach Siem Reap/Angkor Wat aber unser Bus ließ auf sich warten. Kurzerhand nahm die Besitzerin das Ruder in die Hand und fuhr uns zur Bushaltestelle. Eine Unterkunft und Abholung vom Busbahnhof hatten wir uns gestern organisiert, denn Marie und Felix aus Mui Ne hatten uns das „Garden Village" empfohlen. Laut Lonely Planet soll es auf dem örtlichen Busbahnhof nur so von Tuk Tuk Fahrern wimmeln. „Tuk, Tuk? You need transport? Yes, I know a good guesthouse...follow me...." und ruck zuck landet man in einem Hostel, das Provision an den Fahrer abdrückt und damit natürlich den Preis des Zimmers nach oben schraubt.

Als wir in Siem Reap ankamen, erwartete uns eine Schlammschlacht. Es hatte wohl gerade geregnet und der gesamte Busbahnhof verwandelte sich in eine Sumpflandschaft. Mit matschigen Füßen angelten wir unser Gepäck aus dem Stauraum und sichteten auch gleich unseren „kostenlosen" Tuk Tuk Fahrer, der mit unseren Namen über seinem Kopf wedelte. Nach über sechs Stunden und schwitzend wie in einer finnischen Holzsauna waren wir über den staubigen Fahrtwind unseres Mopeds mit Anhänger dankbar. Im „Garden Village" bezogen wir sofort unser Zimmer und unser Fahrer Tiger verwickelte uns gleich in ein Tempel-Tour-Verkaufsgespräch. Umsonst war die „kostenlose" Abholung also nicht und wir verabredeten uns für heute Abend, um in Ruhe darüber zu sprechen.
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