Bali, schon seit längerem ein Traum von uns, dorthin zu reisen. Bereits im Jahr 2005 hatten wir eine Reise gebucht, genau zu der Zeit als ein weiterer Terroranschlag die Insel ereilte. Wir konnten unsere Reise damals stornieren und im nachhinein war es auch besser so. Aber dazu später mehr.
In Hong Kong haben uns die Mitarbeiter der Cathay Pacific Airline darauf aufmerksam gemacht, dass sie uns ohne Ausreiseticket aus Indonesien nicht mitnehmen werden und wir zudem das indonesische Touristenvisum nicht bekommen würden. Wir hatten bis dato noch keinen Flug nach Vietnam, unserem nächsten Reiseziel, gebucht und waren nun etwas ratlos. Zunächst boten sie uns an, einen Flug für insgesamt 1.300 € zurück nach Hongkong zu kaufen, den wir später hätten stornieren können, Das hätte aber wiederum Kosten verursacht, die wir nicht auf uns sitzen lassen wollten. Wir hatten noch eine Stunde bis zum Check-in und als wir so mittendrin in der Flugrecherche waren, kam die nette Stewardess nochmals auf uns zu und teilte uns mit, dass eine Ausnahme für uns gemacht werde. Sie haben uns ein Schreiben mit auf den Weg gegeben und so konnten wir problemlos nach Indonesien fliegen. In Indonesien/Bali kurz vor Mitternacht gelandet hat es wiederum niemanden gekümmert, ob wir ein Rückflugticket besaßen. Hier interessierten lediglich amerikanische Dollar für den Erwerb des Visums. Die Formalitäten haben unerwartet lange gedauert und Massen an Touris warteten ungeduldig und erschöpft in den Warteschlangen. Nach 1½ Stunden aufgeblasener, überflüssiger Bürokratie bekamen wir endlich das Visum plus Stempel und konnten nun 30 Tage im Land bleiben. Es war mittlerweile 01:30 Uhr und wir hoben uns erstmal 1.000.000 Rupiah aus dem Automaten ab. Jetzt waren wir auch mal Millionäre und mussten schmunzeln, da das Geldbündel ca. 70 € entsprach. Wir waren heilfroh in unserem Taxi zum Bali Coconut Hotel zu sitzen und die ersten Eindrücke auf uns wirken zu lassen.


In Legian, nahe der Touristenhochburg Kuta, haben wir am nächsten Morgen ersteinmal den Strand erkundet, der vor allem für Wellenreiter ideale Bedingungen vorwies. Baden war nicht möglich, da die Strömung zu gefährlich war. Naja, dann gehen wir eben weiter in die Stadt, dachten wir uns. So einen Stress und Trubel hatten wir jedoch nicht erwartet. Überall huschten Autos und Mopeds an uns vorbei, es knatterte und stank nach Abgasen und die Gehwege wurden gerade instand gesetzt – kurzum wir fühlten uns ganz schön unsicher als Fußgänger. Der Verkehrslärm und der Konsumwahn schienen uns beinahe noch heftiger als in Hong Kong. Wo sind wir denn hier gelandet?


So manches mal haben wir darüber nachgedacht, wie sich unser Urlaub in 2005 hier gestaltet hätte...Erholung, balinesisches Leben, Reisterrassen, Anmut – all das hätten wir sicherlich nicht erlebt. Schnell war uns klar, nach 3 Tagen dieses Touristenghetto zu verlassen, um weiter nach Sanur zu ziehen, da Nico dort besser kiten kann. Die Gilis (kleine Inseln bei Lombok) interessieren uns ebenso wie eine auf eigene Faust geplante Rundreise ins zentrale Bali, wo wir mit den Balinesen in einem Homestay zusammenleben wollen.

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