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unsere Route ...

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Steffis Rückblick der ersten 182 Tage

Datum: 
16. Juli 2009

Unser Bergfest betrachte ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugleich. Zum einen ist es schade, dass eine Hälfte des Reisens bereits hinter uns liegt. Zum anderen liegt jedoch noch so viel vor uns. Außerdem steigert sich so langsam meine Vorfreude auf ein Wiedersehen mit den Lieben daheim...

 

Rückblickend ist so unglaublich viel passiert. Wir sind in traumhaft schöne Landschaften eingetaucht, sahen Tiere, die wir sonst nur aus dem Zoo, wenn überhaupt, kannten. Wir sind klasse Menschen begegnet, deren Bekanntschaft ohne das Reisen gar nicht möglich gewesen wäre. Bei diesen Begegnungen kommt man viel schneller auf die persönliche Ebene zu sprechen – es ist oft keine Zeit zum Austausch von Belanglosigkeiten. Vielmehr interessiert das Gegenüber und man möchte so viel wie möglich über ihn/sie erfahren. Wir haben Einblicke in fremde Kulturen bekommen und einen Eindruck davon, wie andere Menschen ihr Leben mit viel weniger meistern. Bei der Erlebnisfülle, die sich ja auch in unseren Reiseberichten widerspiegelt, könnten wir schon jetzt ein Buch schreiben...

 

 

 

Ab und an stelle ich mir die Frage, was mir das Reisen bereits jetzt gebracht hat, wie ich mich verändert habe und was ich davon mit nach Hause nehmen werde? Zugegebenermaßen schwierige Fragen, da sich vieles vermutlich auch im Unterbewusstsein abspielt. Und Veränderungen bemerken oftmals die anderen. Dennoch versuche ich mal auf den Punkt zu bringen, was das Reisen so auslöst und bewirkt:

 

  • Zunächst einmal ist es schon eine Leistung, 24 Stunden Tag für Tag mit dem Partner zu verbringen, ohne sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen. Wir streiten kaum und es gibt nur selten Meinungsverschiedenheiten. Das hätte ich vor dem Reiseantritt nicht unbedingt erwartet.

  • Es ist ebenso positiv für mich, mit wenigen, v. a. materiellen Dingen auszukommen. Ich brauchte noch nicht einmal all die Dinge, die ich seinerzeit in den Rucksack gepackt hatte und konnte sie weiterreichen.

  • In kritischen Situationen, bspw. bei Autopannen, Bankangelegenheiten, sonstigen Enttäuschungen usw. reagiere ich viel gelassener und ruhiger als sonst.

  • Reisen schärft zudem die Sinne. Ich beobachte viel mehr als im normalen Leben und gehe eher auf Menschen zu als sonst.

  • Wir können uns schneller in neuen Ländern orientieren, insbesondere in Großstädten – es ist eben keine große Sache mehr für uns. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig eingebildet, aber so fühlt es sich an. Da wir schon so viel gesehen haben und uns so oft zurechtfinden mussten, geht eben alles viel schneller von der Hand.

  • Sicherlich hat sich auch unser Englisch verbessert und ein paar Brocken Spanisch sind ja auch schon dazu gekommen.

  • Da wir stets auf uns gestellt sind, ist es absolut wichtig, auf das Bauchgefühl zu hören.

  • Nico und mich hat die bisherige Reise so unglaublich fest zusammen geschweißt, dass ich mich ernsthaft frage, wie es später im Alltag ohne ihn wird. Schließlich kann ich ihn ja nicht mit ins Büro nehmen :)

  • Das „Alleinsein“ hat auch zur Folge, dass ich Familie und Freunde noch mehr zu schätzen weiß und daher sind Anrufe oder das Abrufen meiner E-Mails immer Highlights für mich, die mir ganz viel Kraft geben. In vielen Situationen und schönen Momenten wünsche ich mir, Euch dabei zu haben, um das Glück zu teilen. Oftmals weiß man erst in der Ferne das Wesentliche zu schätzen.

  • Reisen fördert Kreativität und Improvisationsgabe, was in vielen alltäglichen Dingen absolut hilfreich ist. So brauchen wir hier in Australien gar keinen Campingplatz zum duschen, sondern waschen neben der Wäsche im Laundromat auch uns oder das Auto, Strand und Wiese werden schon mal zum Fitness-Studio.

  • Insbesondere wenn wir mit dem Bus unterwegs sind, greifen wir öfter zu Büchern und lesen. Ab und an versuche ich mich im Gedichte schreiben, wie bereits vor vielen Jahren. Die „Glotze“ fehlt uns gar nicht. Es laufen sowieso auf der ganzen Welt, außer in Kuba, die gleichen dämlichen Fernsehformate (Kochshows, Top(f)models, Hausrenovierung...).

 

 

Nun richtet sich mein Blick jedoch wieder nach vorne und ich bin mehr als gespannt, wie es weiter geht...

 

 

reiseberichtvorschaubild: 
auf den Punkt gebracht ...

Liebe Steffi lieber Nico!

koennt ihr Euch noch an uns erinnern (Akaroa/NZ)?
Zugegeben nicht dauernd, aber immer wieder schauen wir auf Euren Blog und Steffi, Dein Rueckblick der ersten 182 Tage bringt es sehr genau auf den Punkt wie es auch fuer uns nach fast 11 Monaten Weltreise ist. Bis auf ein paar Kleinigkeiten natuerlich, wie z.B. wir schreiben keine Gedichte ... ;-)

Weiterhin wuenschen wir Euch eine wunderschoene und sichere Reise mit vielen Eindruecken die Euer Leben bereichern

alles Liebe aus Peru

Johannes und Katharina

Posted by Johannes und Katharina (nicht überprüft) on 26. Juli 2009 - 19:00