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„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Sternenstaub

Datum: 
29. März 2009

Für Stephan und uns war es schon lange ein Traum, ein Observatorium zu besuchen. Daher beschlossen wir recht schnell, einen entsprechenden Ausflug in Vicuna zu buchen. Gleich bei der ersten Agentur hatten wir dank Eric, dem sympatischen Franzosen ein gutes Gefühl und buchten schließlich. Um 21.30 Uhr begann die recht beschwerliche Fahrt in die Berge. Oben angekommen waren wir sprachlos. Das war ein absolut besonderer Ort, um Sterne zu observieren. Eric erzählte uns später, dass dieser Platz zu den achtbesten weltweit gehöre und es nur 35 Tage pro Jahr bewölkt ist. Der zunehmende Mond war in dieser Nacht nur sichelförmig, sodass die Sicht für uns bestens war. Unzählige saubere Sternschnuppen mit Schweif rauschten an uns vorbei und die Liste der Wünsche wurde immer länger.

 

Zunächst referierte Eric über die Bedeutung des Kreuz des Südens, das ja bekanntermaßen nur auf der südlichen Hemisphäre zu sehen ist. Man muss es sich wie einen Drachen vorstellen oder aber eben wir ein Kreuz. Verlängert man die große Achse des Sternbildes um das Viereinhalbfache und lotet es auf die Erdoberfläche wird so die Richtung des geografischen Südpols angezeigt. Daran haben sich in früheren Zeiten die Seefahrer orientiert und es war im Prinzip das erste, primitive GPS. Wer denkt sich sowas eigentlich aus? Genial.

Weiter zeigte er uns mit seinem überdimensionierten Laserpointer, der die Sterne quasi zu berühren schien, die einzigen Zwerggalaxien, die von der südlichen Erdhalbkugel aus zu sehen waren - die kleine und die große magellanische Wolke. Durch das 37-er Teloskop observierten wir den hellsten Stern des Nachthimmmels, Alpha Centauri und den Sternhaufen Omega Centauri, der aus rund einer Mio. Sterne besteht. Wir sahen geborene, junge Sterne von nur 200 Mio. Jahren, sterbende Sterne und alles erschien uns wie in einem fantastischen Kaleidoskop. Es sind noch Sterne am Nachthimmel zu sehen, obwohl sie gar nicht mehr existieren und nur das Licht zu uns noch unterwegs ist. Die gewohnten Entfernungen relativieren sich im Maßstab des Universums. Was ist schon ein Jahr auf der Erde? Es geht um Lichtjahre, Expansion nach dem Urknall, schwarze Löcher, Unmengen an Galaxien, Materie, Antimaterie, Sternenstaub...Wir fühlen uns so wichtig auf unserem kleinen Planeten und dabei sind wir nichts weiter als ein kleiner Staubkorn im Universum. Überhaupt ist alles ein einziger, unbegreiflicher Zufall, sozusagen ein kosmischer Witz und wir mittendrin. Wir sahen unsere eigenen Sternbilder am klaren Himmel und genossen die Aussicht auf die Milchstrasse. Wir wussten auch nicht, dass alle sichtbaren Sterne am Nachthimmel, ausgenommen die beiden magellanischen Wolken, nur aus unserer eigenen Galaxie stammen.

 

Einer der Höhepunkte für uns war der Blick auf den Saturn mit seinen Ringen. Zum greifen nahe und doch unzählige Lichtjahre entfent. Es wirkte surreal, als hätte jemand ein Bild aus einem Comic vor das Fernglas gespannt. Christian, der zweite Astrophysiker half uns beim Fotoschießen der etwas anderen Art und dieses Foto war wirklich der Saturn. Man konnte sogar die Schatten der Ringe sehen...

 

 

 

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