Aus unserem Reiseführer und von meinen Eltern wusste ich, dass ein Ausflug zum Tempel Pura Tanah Lot lohnenswert sei. Er soll einer der schönsten Tempel Balis sein, der bei Ebbe begehbar, bei Flut jedoch vom Meer umtost ist. Wir haben uns einen Taxifahrer organisiert, da er etwas weniger wollte als eine organisierte Tour gekostet hätte. Schon auf der Fahrt spürten wir, wie wir Verkehrshektik, Lärm und Konsumwahn immer weiter hinter uns ließen. Wir erblickten die ersten Reisterrassen mit fleißen Ernteearbeitern und den typischen, spitzen Hüten. Und bei all dem Grün gleichzeitig einmal tief Luft holen. In Tanah Lot angekommen war aufeinmal alles wieder vorbei mit der Ruhe. Hunderte Taxifahrer und Touristenbusse standen auf dem Parkplatz und bevor wir zum eigentlichen Highlight kamen, mussten wir einen riesigen Basar und Menschenmassen über uns ergehen lassen. Mit dieser Vorstellung sind wir nicht an die Sache herangegangen und waren entsprechend enttäuscht und die Stimmung fiel auf den Nullpunkt.


Der malerische Tempel entschädigte etwas für das seltsame Flair um ihn herum. Warum gibt es so ignorante Menschen, die fast nackt an einem religiösen Ort aufschlagen müssen? Wie kann all dieses Konsumangebot mit der Kultur und Religion einhergehen? Wahrscheinlich müssen wir uns diese Fragen noch öfter stellen, ohne dass wir Antworten darauf erhalten werden. Auf einer Aussichtsterrasse wollten wir den Tempel in der untergehenden Sonne genießen und bestellten zwei Kokosnüsse, die je 20.000 Rupiah ( 1€ = 14.000 Rp) gekostet haben. Unglaublich, denn dafür kann man teilweise schon essen gehen. Oh man, was für eine Touristenabzocke. Schade.




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