Heute hieß es Abschied zu nehmen, denn meine Mutter und Ecki traten wieder ihre lange Heimreise an. Ich packte morgens noch schnell meine sieben Sachen und wir fuhren zusammen mit dem bis unter die Kante vollgeladenen Taxi zum 28km entfernten Flughafen. Unser Flug nach Ho Chi Minh Stadt ging zwar 3½ Stunden früher aber was sollten die beiden noch so lange alleine im Hotel machen? Zu gerne wären sie noch mit in den Süden gekommen aber die zwei Urlaubswochen waren leider schon um. Hier wurde uns mal wieder unser rastloses Weltreiseleben bewußt. Ein Jahr zu reisen, wohin man will ohne dabei auf die hoffentlich erteilte Urlaubserlaubnis vom Chef zu warten ist unser Privileg. Wir vier hatten so viel gemeinsam erlebt, jeder Tag wurde genutzt und in einem „normalen“ Urlaub versucht man eben, in der Kürze der Zeit möglichst viel zu unternehmen. Es waren schöne zwei Wochen, vielen lieben Dank an dieser Stelle nochmal.
Wir bestiegen pünktlich, wie fast alles in Vietnam, unseren Flieger und segelten mal wieder ohne Plan in ein neues Abenteuer. Wir kannten lediglich unser Ziel und der Rest wird sich wie immer ergeben. Zwei Stunden später landeten wir in Hoh Chi Minh Stadt (Saigon) und verhandelten nach dem Auflesen unserer Gepäckstücke mit der Taxifahrerin um den Preis nach Mui Ne. Es ging um eine Strecke vergleichbar mit der von Wismar nach Berlin und der Preis war für hiesige Verhältnisse recht hoch. Aber noch eine Nacht in einer schlaflosen Stadt ähnlich Hanoi mit tausenden hupenden Mopeds und dem nie enden wollenden Geschäftstreiben kam für uns nicht in Frage. Der Strand rief und so zahlten wir jeder 37 US$. Unsere Taxifahrerin fuhr sicher und kannte sich wohl auch mit den Verkehrsregeln aus, was hier nicht unbedingt an der Tagesordnung steht. Es wird gehupt, einfach abgebogen und überholt, dass einem Angst und Bange werden kann. Nach 5½ Stunden kamen wir mit Einsetzen der Dunkelhheit endlich am Strand in Mui Ne an. Zur Begrüßung goss es wie aus Eimern aber wir waren froh, endlich angekommen zu sein. Schnell noch ein Zimmer gesucht, Abendbrot gegessen und nach über 12 Stunden Reisemarathon fielen wir nur noch ins Bett.
reiseberichtvorschaubild: