Durch das nächtliche Konzert, manchmal war es wirklich synchron, wachten wir gegen 06:00 Uhr auf. Auf der Suche nach einer Toilette streunerte ich noch schlaftrunken durch das Gewerbegebiet. Die Suche wurde mit einer Burgerbude namens „Hungry Jacks“ belohnt. Erleichtert und mit einem frischen Capuccino in der Hand schlenderte ich zurück zum Autohaus. Jetzt hieß es nur noch auf die Öffnung zu warten. Es kamen immer mehr Kunden und da wir schließlich wie „groupies“ vor einem Konzert schon die ganze Nacht warteten, drängelte ich mich ganz nach vorne. Ich schilderte dem Typen vom Empfang kurz unser Problem und er sagte mir bloß, dass sie die komplette Woche mit Aufträgen ausgebucht wären. Ich sollte wieder bei „wicked“ anrufen und uns vom Hof schleppen lassen. „Na super, das hat ja richtig gut geklappt.“ Einige Anrufe später schickten sie uns wieder einen Abschleppwagen und es ging diesmal nach Brisbane zum „wicked camper depot“. Dort angekommen mussten wir dann unseren noch auf dem Abschleppwagen stehenden „Paul“ komplett entladen. Freundlicherweise ließ der Fahrer die Rampe runter, so dass wir unser Hab und Gut - das war nicht wenig und über 21 Tage überall im Wagen verstreut - zusammen suchten und auf einen Haufen packten. Das nennen wir mal „wicked“. Wir bekamen den einzig verfügbaren Van und er wurde uns nettererweise noch zur Hälfte betankt. Der neue Bulli war noch schrottiger als der alte aber zumindest konnten wir weiter fahren. Er lenkte sich trotz nicht funktionierender Servolenkung wie ein Wackelpudding auf Rädern und wir hofften nur, dass er die nächsten 800 km bis Sydney durchhält. Nach einer kurzen Schrecksekunde, weil wir uns wieder mal planlos ohne Straßenkarte im Hochhausdschungel Brisbanes verfahren hatten, waren wir „on the road again“.
Wir machten uns nicht mehr die Mühe, nach einem Namen für den Bulli zu suchen und nahmen ganz einfach den aufgesprühten, „the untouchables“. Das Design entsprach eher meinem Geschmack und so erfülllte uns „wicked“ unabsichtlich unsere unterschiedlichen Gestaltungswünsche.



Unser Tagesziel hieß heute das 130 km entfernte Nimbin, welches wir ohne Zicken und Murren des Wagens recht schnell erreichten. Wir mieteten uns auf dem einzigen Campingplatz ein und bemerkten bei unserer Ankunft einen weiteren „wicked camper“. Wir sahen hinter dem Wagen zwei Typen im Gras liegen, unfähig sich auch nur ein Stück zu bewegen und sie wippten nur noch ab und zu mit den Füßen. Unser einhelliges Urteil war, das Zeug wollen wir auch und nach einem kurzen Besuch der Hippie-Stadt entspannten auch wir uns endlich. Oh man, das waren zwei nervenaufreibende Tage und dann noch die Nimbinianer...
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