Heute ging es mit dem zu jeder Stunde fahrenden Bus Richtung Phuket. Eigentlich wollten wir Khao Lak noch nicht wirklich verlassen, doch das Guesthouse war ausgebucht. Es half also nichts und wir mussten mal wieder unsere sieben Sachen packen. Nach zwei Stunden Busfahrt erreichten wir Phuket Stadt, die uns so gar nicht einladend erschien. Überall hohe Häuser und Hektik, das war es, was uns als erstes ins Auge stach. Und dann waren da noch die nervigen Taxifahrer, die sich gleich auf jede frische Busladung Touristen stürzten. Die Preise, um an ein ruhigeres Pflaster in Strandnähe zu kommen, waren nach unserem Geschmack astronomisch hoch. Wir sollten 500 Baht (mehr als 10 Euro) zahlen, wobei wir im Vergleich dazu für unser Busticket von Khao Lak nach Phuket je 90 Baht (knapp 2 Euro) hinlegten. Nach einer Stunde mussten wir aber irgendwie weiter kommen und so entschlossen wir uns, in einem Tuk Tuk für 400 Baht nach Karon Beach zu fahren.
Dort am Strand angekommen dachten wir, wir wären im falschen Film. Wir konnten vor lauter Sonnenschirmen, Liegen und Touristen das Meer gar nicht mehr sehen und die Stimmung sank auf den Nullpunkt. Na, das kann ja heiter werden.


Wir nahmen einen Bissen Thaifood im Strandlokal zu uns und anschließend begab sich Nico auf Unterkunftssuche. Er wurde fündig, doch wir zahlten für ein nicht vergleichbares Zimmer mit dem in Khao Lak fast das Doppelte. Es ist eben alles teurer als in Bangkok, Chiang Mai oder auf einer der Inseln und zudem zählen Dezember und Januar zur Hochsaison. Ein Hotelzimmer reihte sich ans nächste und wir konnten nachempfinden, wie sich Hühner in der Legebatterie fühlen müssen. Es gibt sicherlich noch schönere Ecken auf der größten Insel Thailands aber leider fiel unsere Wahl auf den Karon Beach, da wir es nicht besser wussten. Alles ist komplett auf westliche Bedürfnisse abgestimmt und hat wenig mit dem Thailand zu, das wir bisher kennen gelernt hatten. Spaghettipalast, Steakhouse, Rotlichtbars und Strandliegenreservierung um nur einige touristische Auswüchse zu nennen.

Die Laune sank und ich fühlte mich ja sowieso schon seit längerer Zeit nicht mehr wohl. Hatte ständig mit dem Kreislauf zu tun und eine extreme Muskelverspannung mit unangenehmen Nebenerscheinungen. Das ist wohl das für mich traurige Resultat der letzten Monate Umhergereise und dem Schlafen in harten, asiatischen Betten. Hinzu kommt schließlich noch das Heimweh und das nicht abstellbare Kopfkino. Wir suchten am nächsten Tag das International Hospital in Phuket Town auf. Ich war nervös, hatte Angst und leichten Bluthochdruck. Nicht wie sonst zu Hause 120/80. Nein, nachdem ich vom Orthopäden gesagt bekam, dass es sich um eine Muskelverspannung mit Neuralgie handelte wurde ich gleich zum nächsten Arzt verwiesen, der mit meinen Werten so gar nicht zufrieden war. Zwar war die zweite Messung schon etwas niedriger als die Erste, ich bekam dennoch Medikamente und fühlte mich, nachdem ich die vielen Pillen abholte, als wäre ich ein alter, kranker Mensch. Ich sollte nach einer Woche wiederkommen, denn sie verdienen gut an westlichen Privatpatienten, doch innerlich war mir schon klar, dass ich nun etwas eher nach Hause möchte. Die Gründe für mein schlechtes Befinden sind sicherlich auch psychosomatischer Natur.
Für Nico kam meine Entscheidung dann doch sehr plötzlich, denn im Gegensatz zu mir ging es ihm prächtig und er hatte immer noch Lust am Reisen. Leider gab es auch keinen weiteren, verfügbaren Rückflug als Silvester und so werden wir schon bald im kalten Deutschland sein. Ein etwas anderes Ende für unsere Weltreise, aber so ist das Leben. Es gibt nicht immer nur Sonnenseiten. Wir hatten dafür tausend andere schöne Erlebnisse, die wir nie vergessen werden und wofür wir unendlich dankbar sind!
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