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„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Lucius Annaeus Seneca

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Wie bei Heidi nur am Meer...

Datum: 
7. April 2009

Nachdem Maik uns am Montag Abend wie verabredet den Bus ins Hostel brachte und selbst noch eine Nacht im Knast verbrachte, konnten wir unseren Bus am Dienstag Morgen endlich startklar machen. Schnell haben wir noch zwei dicke Schlafsäcke und Lebensmittel auf Vorrat gekauft und ab ging es mit „Paikea“. So haben wir ihn getauft, da uns die Mythologie der Maori und insbesondere der Film „Whale Rider“ fasziniert haben. Der Legende nach soll der erste Einwohner Neuseelands auf dem Rücken eines Wales aus Hawaiki (Hawaii) an den östlichsten Punkt Aotearoas (Neuseeland) getragen worden sein. Übersetzt bedeutet Paikea soviel wie "der (oder die) auf dem Wal reitet".

 

 

Auf den Straßen und im Bus war alles verkehrt herum. Fahren auf der linken Seite, Schalten mit links, der Rückspiegel hängt links und ich habe am ersten Tag andauernd Scheibenwischer und Blinker verwechselt. Das Abbiegen zeigte ich zuerst mit hektischem Scheibenwischen an und erst danach fiel mir ein, ach ja, der Blinker ist ja rechts vom Lenkrad. Allerdings sind die Straßen mit Beschilderungen und Hinweisen bestens ausgestattet, so dass wir uns gut zurecht fanden. Es war aber auf jeden Fall anstrengend und Konzentration pur. In den Bergen bei Banks Peninsula – einer gigantischen vulkanischen Halbinsel mit unzähligen kleinen verführerischen Buchten – träumten wir und fuhren auf einmal auf der rechten Seite und bemerkten dies erst als zwei Kiwis neben uns fuhren und wild gestikulierten. O.k., von nun an immer auf der linken Spur bleiben!

 

 

Bereits auf der Fahrt von Christchurch südöstlich auf die Banks Peninsula waren wir von den grünen, von Schafen beweideten Bergen begeistert. Dazu im Hintergrund die in Nuancen von Türkis- und Blautönen schimmernde Bucht -sehr kontrastreich und einfach ein unglaubliches Panorama. Umgeben von dieser reizvollen Landschaft tuckerten wir durch die Hügel und als erstes Nachtlager wählten wir Okains Bay mit ihrem Pinienwald, den Bergen und natürlich dem Ozean. Ohne Anmeldung fuhren wir einfach auf den Campingplatz und stellten uns in den entlegensten Winkel direkt ans Wasser. Grüne Berge, Schafe und Sonnenschein - alles sah aus wie in einem Bilderbuch; nur Heidi und der Ziegenpeter fehlten noch.

 

 

Das störte uns jedoch weniger, denn nach dem Hostelleben genossen wir die Zweisamkeit in der Einsamkeit. Nachdem wir unseren Bus umstrukturiert und das Vorzelt aufgebaut hatten, sammelten wir Hölzer und Muscheln am Strand, um sie später als Busdeko zu verbasteln.

 

 

Drei Steine mussten als Grillgestell herhalten und der aufgehende Mond diente uns als überdimensionierte Lampe für unser kleines BBQ. Es war fantastisch wieder in der Natur zu sein. Manchmal können wir unser Glück kaum fassen...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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