Nach unserem letzten Wüstenabenteuer ging es für uns auf direktem Weg ans Meer. Da die Strecke zurück ins Valle de Elqui für einen Ritt zu groß war und wir uns nicht so stressen wollten, legten wir einen Zwischenstop in Mejillones (nördlich von Antofagasta) ein.


Auf der Suche nach einer Unterkunft stießen wir recht schnell (vielleicht zu schnell) auf ein Hostel. Als wir unser Zimmer bezogen und uns der Hunger zum Abendessen trieb, bemerkten wir, dass es keinen Schlüssel gab. Die Senora von der Rezeption sagte uns, wir sollten das Fenster zum Flur offen lassen und einfach ins Innere unseres Zimmers zur Türklinke greifen, um es zu öffnen. Haben wir richtig gehört? Es gibt keinen Schlüssel und wir sollen sämtliche Wertgegenstände offen zugänglich lassen? Nach einer kleinen Diskussion die auch zu keinem anderen Ergebnis führte, zeigten wir ihr einen Vogel und verließen ohne Zeit zu verlieren das schlüssellose Hostel. Manchmal fragt man sich, ob das ernst gemeint ist und was sich einige Leute eigentlich dabei denken...oder denken wir zu deutsch? Nach etlichen Runden durch die kleine Hafenstadt fanden wir doch noch eine günstige Bleibe mit Schlüssel im Hotel Paris.
Am nächsten Morgen sollte unsere Reise direkt weiter gehen aber wir waren so kaputt von den Ereignissen der letzten Tage, dass wir entschlossen, noch einen Tag auszuspannen.


Es gibt zwei ganz interessante Aspekte dieser Kleinstadt: 1. Der größte Hafen Südamerikas für Rohstoffe wie z.B. Kupfer, Silber, Salpeter, Erze u.s.w. aus den unzähligen Minen wird zur Zeit gebaut und soll in 20 – 30 Jahren fertig gestellt werden. 2. In der gesamten Stadt gibt es kostenlosen Wi-Fi Internetzugang, den wir ausgiebig nutzten.


Ausgeruht und den Akku aufgeladen starteten wir am darauf folgenden Tag unsere Monsteretappe von rund 1.000 km. Es folgte eine Berg und Tal Fahrt auf der einspurigen Pan Americana und wir wissen nicht mehr, wieviele LKWs wir überholt haben.


Nach 13 Stunden erreichten wir gegen 23:00 Uhr endlich Gualliguaica und klopften an die Tür von Stephan. Wir überrumpelten ihn förmlich, da wir ihn vorher per Telefon nicht erreicht hatten. „Wir sind wieder da, eine Woche ist rum...“ So saßen wir bei Wein und Bier zusammen und erzählten von unseren Wüstenabenteuern. Da wir wieder mal keinen Plan hatten, wo wir schlafen sollen, fragten wir ihn nach einem Schlafplatz. Er bot uns prompt das zweite Zimmer seiner gemieteten Wohnung an und wir sagten dankend zu. Die folgenden fünf Tage verbrachten wir zusammen und es war eine sehr entspannte Zeit. Es glich einem WG-Leben und wir passten super zusammen. Ich ging mit Stephan jeden Tag kiten und Steffi sonnte sich auf der Terrasse und konnte lesen und relaxen.






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